Infografik

Chronologie: So verlief die Coronakrise 2020 in Bremen und Bremerhaven

Von ersten Krankheitsfällen zur Pandemie: Sars-CoV-2 hat weltweit Millionen Menschen infiziert und das Leben aller umgekrempelt. Auch in Bremen – ein Überblick über den Verlauf.

Computervisualisierung des Coronavirus am Himmel über der Bremer Innenstadt. (Bildmontage)
Das neuartige Coronavirus beschäftigte die Welt in diesem Jahr – wir geben einen Überblick über die Entwicklungen der Pandemie in Bremen. Bild: Radio Bremen | Reuters, NEXU Science Communication

29. Februar: Erster Corona-Fall in Bremen

Das Coronavirus hat das Land Bremen erreicht. Die Gesundheitsbehörde bestätigt den ersten Fall. Die Patientin war zuvor aus dem Iran nach Bremen gereist und kam mit leichten Symptomen ins Klinikum Bremen-Mitte. Die Patientin erholt sich von ihrer Erkrankung und wird später aus dem Krankenhaus entlassen.

10. März: Großveranstaltungen werden abgesagt

Der Bremer Senat entscheidet, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen abgesagt werden. Die Regelung gilt zunächst für zwei Wochen. Damit folgt die Bremer Landesregierung den Empfehlungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Einen Tag später schließt sich der Bremerhavener Magistrat dieser Entscheidung an. Das Verbot solcher Großveranstaltungen wird weit über den 26. März hinaus verlängert – einige Branchen konnten seit diesem Zeitpunkt gar nicht mehr oder nur unter sehr strengen Auflagen arbeiten.

13. März: Schulen und Kitas schließen

Kitas und Schulen sollten nach einem ersten Senatsbeschluss bis zum 14. April geschlossen bleiben. Doch die Schulschließungen hielten deutlich länger an. Außerdem sollen von nun an auch Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Teilnehmern abgesagt werden. Auch geplante Operationen sollen verschoben werden, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind.

So entwickeln sich die Zahlen in den Krankenhäusern

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16. März: Läden müssen in Bremen schließen

Viele Einzelhändler, Theater, Diskotheken, Schwimmbäder, Sport- und Spielplätze, Fitnessstudios, Freizeitparks und weitere Einrichtungen müssen schließen. Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen werden für Touristen verboten. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Glaubenseinrichtungen sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erlaubt. Außerdem verschärft der Senat die Quarantänevorschriften: Personen, die aus Risikogebieten nach Bremen zurückkehren, sollten sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren oder Kontakt zu Infizierten hatten, dürfen ihre Wohnung ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes nicht verlassen.

23. März: Bundesweite Kontaktbeschränkungen beschlossen

Bundesweit gelten Einschränkungen. Ab dem 23. März sollen Bürger den Kontakt zu anderen Menschen so weit wie möglich reduzieren. In der Öffentlichkeit muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushaltes gestattet. Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Und auch Restaurants müssen bundesweit schließen. Das Land Bremen zählt zu diesem Zeitpunkt rund 200 aktiv Infizierte.

25. März: Erster Todesfall in Bremen

In Bremen ist der erste Patient an den Folgen der Erkrankung Covid-19 gestorben. Bei dem Toten handelte es sich um einen 76-jährigen Mann, der in einer Pflegeeinrichtung lebte.

20. April: Erste Lockerungen treten in Kraft

Einige Läden dürfen mit Hygienekonzepten und Abstandsregeln wieder öffnen. Nach und nach können auch Sportanlagen und Spielplätze wieder besucht werden. Es gelten allerdings immer noch Auflagen, wie das Verbot, Speisen zu verkaufen.

27. April: Maskenpflicht in Bremen und Bremerhaven

Nachdem Bremen lange auf die Einsicht und Vernunft der Bürger setzte, gilt seit dem 27. April eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen und in öffentlichen Gebäuden. Diese wurde später sogar noch ausgeweitet.

18. Mai: Schulen öffnen unter strengen Auflagen wieder

Für Grundschüler öffnen die Schulen unter strengen Auflagen – nach und nach kommen immer mehr Klassenstufen hinzu. Auch die Gastronomie darf mit Auflagen wieder öffnen, ebenso wie Museen und Friseure.

23. Juni: Lockerungen der Kontaktbeschränkungen

In Bremen und Bremerhaven werden die Kontaktbeschränkungen gelockert und es dürfen sich wieder Personen aus mehreren Haushalten treffen. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Zahl der aktiv Infizierten bei rund 100 Fällen in Bremen.

August: Reiserückkehrer bereiten Politikern Sorge

Nach den Sommerferien bereiteten die Reiserückkehrer den Politikern Sorge. Die Angst: Mit den Reisen steigen auch die Infektionszahlen wieder. Am Flughafen und auch am Messezentrum müssen sich Rückkehrer einem Coronatest unterziehen und sich – wenn sie aus einem Risikogebiet zurückkommen – in Quarantäne begeben.

27. August: Die Schule geht wieder los

In Bremen und Bremerhaven gehen die Sommerferien zu Ende und die Schüler und Schülerinnen kehren in die Schulen zurück – in den meisten Schulen in normaler Klassenstärke, aber trotzdem mit Auflagen. So müssen Schüler ab Klasse 5 Masken in der Schule tragen – jedoch nicht im Unterricht.

11. September: Freimarkt darf als Freipark stattfinden

Nachdem der Freimarkt nicht wie in den Vorjahren stattfinden kann, erlaubt der Bremer Senat einen temporären Freizeitpark und die Schausteller erarbeiten ein Konzept für den Freipark.

19. September: Werder startet mit 8.500 Fans im Weser-Stadion in die neue Bundesliga-Saison

Zum ersten Bundesligaspiel der Saison dürfen 8.500 Fans die Partie von Werder gegen Hertha BSC Berlin im Weser-Stadion verfolgen. Die Polizei und das Ordnungsamt zeigen sich zufrieden mit dem Verhalten der Fans. Gut startet die Saison trotzdem nicht für die Grün-Weißen, sie unterliegen Hertha mit 1:4.

2. Oktober: Freipark eröffnet in Bremen

Der Bremer Freipark startet mit deutlich weniger Besuchern als erwartet: Knapp 5.000 Besucher verzeichnen die Veranstalter am ersten Tag. "Am Anfang lief das Ganze noch etwas zögerlich. Aber es war auch Freitag, ein Werktag. Da geht's normalerweise erst später los", erklärt Rudolf Robrahn, der Vorsitzende des Schaustellerverbandes des Landes Bremen. Das Konzept des Freiparks zieht vor allem junge Familien an.

7. Oktober: Bremen reißt den Inzidenzwert von 50

Die Stadt Bremen gilt jetzt als Corona-Risikogebiet. Die Folgen sind: Alle Sondergenehmigungen für Großveranstaltungen werden ausgesetzt, der Freipark auf der Bürgerweide geschlossen. Auch Messen müssen unterbrochen werden. Im Weser-Stadion sind keine Zuschauer mehr erlaubt. Auf private Feiern in angemieteten Räumen dürfen maximal 25 Gäste kommen – in privaten Wohnungen dürfen nur noch bis zu zehn Personen zusammenkommen. Alle anderen Veranstaltungen werden auf maximal 100 Teilnehmer begrenzt. Sobald Alkohol im Spiel ist, dürfen maximal 25 Menschen teilnehmen.

Der Inzidenzwert der Städte Bremen und Bremerhaven

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11. Oktober: 500 "Querdenker" demonstrieren in Bremen

Mit einem Bus touren sogenannte "Querdenker" durch Deutschland und kritisieren die Corona-Verordnungen. In Bremen mobilisieren sie rund 500 Menschen, als der Bus auf der Bürgerweide Halt macht.

12. Oktober: Sperrstunde für die Gastronomie

Im gesamten Stadtgebiet Bremen gilt nun eine Sperrstunde und ein Alkoholverkaufsverbot im Zeitraum von 23 bis 6 Uhr. Außerdem dürfen sich nur noch fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Private Feiern werden auf maximal zehn Personen beschränkt, wenn dort Alkohol getrunken wird. Ohne Alkohol liegt die Grenze bei 25 Teilnehmern. Zu Konzerten und anderen Veranstaltungen dürfen weiterhin bis zu 100 Menschen kommen. Allerdings nur, wenn kein Alkohol im Spiel ist. Mit Alkohol sinkt die Teilnehmerzahl auf zehn.

17. Oktober: Maskenpflicht in Bremen wird ausgeweitet

Das Ordnungsamt weitet die Maskenpflicht auf Orte im öffentlichen Raum aus und zwar dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Dazu zählen Bereiche der Innenstadt, die Schlachte oder auch das Gebiet um den Sielwall. Viel Kritik gibt es jedoch, weil anfangs keine Schilder auf die Maskenpflicht hinweisen. Diese werden erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgestellt.

23. Oktober: Freipark bleibt geschlossen – auch nach Klagen der Schausteller

Die Bremer Freimarkt-Alternative "Freipaak" bleibt wegen der hohen Infektionszahlen in der Stadt geschlossen. Das beschließt das Oberverwaltungsgericht (OVG). Es weist die Klage mehrerer Schausteller ab und bestätigt einen Spruch des Verwaltungsgerichts Bremen. Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes des Landes Bremen, Rudolf Robrahn, kritisiert die Entscheidung heftig und spricht von einer überzogenen Entscheidung. "Wir sind maßlos enttäuscht", sagt Robrahn zu buten un binnen. Er habe das Gefühl, dass die Schausteller zu Bauernopfern gemacht würden.

28. Oktober: Lockdown light auch in Bremen beschlossen

Bei diesem "Lockdown light" bleiben im Vergleich zum Frühjahr die Schulen geöffnet. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen weiterhin Besuch empfangen. Außerhalb der eigenen Wohnung dürfen sich Menschen aus zwei Haushalten weiterhin treffen, allerdings maximal zehn gleichzeitig. Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs und Diskotheken werden oder bleiben geschlossen. Auch inländische touristische Übernachtungen sind bis Ende November verboten. Sonstige Unterhaltungsveranstaltungen und Sportstätten werden ebenfalls geschlossen. Erlaubt bleibt die Ausübung von Individualsportarten mit maximal zwei Personen oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts. Auch im Dezember wird der Lockdown light nicht, wie zunächst von verschiedenen Politikern angekündigt, aufgehoben.

3. November: Bremerhaven sagt Weihnachtsmarkt ab

Nach Bremen sagt auch die Stadt Bremerhaven den Weihnachtsmarkt ab. Die Weihnachtsbeleuchtung der Innenstadt und Märchenbuden soll es aber trotzdem geben. Außerdem soll auf dem Theodor-Heuss-Platz in der Innenstadt ein Riesenrad aufgebaut werden.

Die Entwicklungen der Corona-Zahlen in Bremerhaven

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13. November: Kostenlose FFP2-Masken werden an Bremer und Bremerhavener ab 65 Jahre verteilt

Die FPP2-Maskenausgabe der Apotheken im Land Bremen läuft an. Menschen, die älter sind als 65 Jahre, sind von November bis Dezember berechtigt, sich zehn Masken pro Monat kostenlos in ihrer Apotheke abzuholen. 450.000 Masken werden im ersten Schwung an die Apotheken verteilt. Insgesamt werden bis Dezember 1,75 Millionen Masken von den Apothekern in Bremen und Bremerhaven verteilt.

20. November: Bremen bereitet Impfzentrum vor

In der Stadt Bremen soll die Halle 7 auf der Bürgerweide als Impfzentrum genutzt werden, teilt das Gesundheitsressort mit. Ab Mitte Dezember sollen dort Impfungen mit dem neuen Corona-Imfpstoff möglich sein. Dafür wird das Messezentrum vorbereitet. In Bremerhaven soll die Stadthalle diesen Zweck erfüllen.

5. Dezember: Groß angelegte "Querdenker"-Demo in Bremen verboten – trotzdem Großeinsatz für die Polizei

Für den 5. Dezember rufen die sogenannten "Querdenker" bundesweit dazu auf, nach Bremen zu einem Protest zu kommen – doch die Demonstration wird erst vom Bremer Ordnungsamt verboten, dann bestätigen alle Instanzen vor Gericht das Verbot. Die Veranstalter der Demonstration ziehen bis vor das Bundesverfassungsgericht. Trotz des Verbots kamen mehrere Hundert Demonstranten nach Bremen und es versammelten sich ebenfalls mehrere Hundert Gegendemonstranten. Der Großeinsatz kostet das Land Bremen rund 750.000 Euro, sagt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) zu buten un binnen.

7. Dezember: Schausteller dürfen Weihnachtsbuden in der Innenstadt aufstellen

Die Bremer Schausteller stellen in der Innenstadt insgesamt 17 Weihnachtsmarktbuden auf. Ein richtiger Weihnachtsmarkt ist das zwar nicht und Glühwein wird auch nicht verkauft – aber trotzdem treffen sich die Menschen abends vor den Buden am Bremer Marktplatz.

13. Dezember: Todesfälle durch Corona steigen in Bremen

An diesem Tag sterben vier weitere Covid-19-Patienten in Bremen. Damit starben allein in der Woche ab dem 7. Dezember 21 Menschen im Land Bremen im Zusammenhang mit Corona.

16. Dezember: Harter Lockdown in ganz Deutschland

Deutschland kehrt zu einem harten Lockdown zurück. Der Handel wird in großen Teilen geschlossen und es gelten umfassende Kontaktbeschränkungen. Bis zum 10. Januar wird das öffentliche Leben in Deutschland weitestgehend heruntergefahren. In Bremen und Niedersachsen wird die Präsenzpflicht in Schulen ausgesetzt, wenn möglich sollen Schülerinnen und Schüler zuhause bleiben. Vom 24. Dezember bis zum 26. Dezember dürfen zusätzlich zum eigenen Hausstand vier weitere Personen zusammenkommen. Bundesweit gilt an Silvester und Neujahr ein An- und Versammlungsverbot. Zudem ist der Verkauf von Pyrotechnik komplett untersagt.

Verschärfte Corona-Maßnahmen: Das hat der Senat beschlossen

Video vom 11. Dezember 2020
Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard in der Sondersitzung.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Lina Brunnée Redakteurin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen,