Interview

Bremer Junge Union-Chefin: Viele fanden das Auftreten Söders richtig

Wiebke Winter ist die Chefin der Bremer Junge Union und sitzt im CDU-Bundesvorstand. Im Interview erklärt sie, warum sie Söder für den besseren Kanzlerkandidaten hält.

Wiebke Winter steht vor einem Baum im Park.
Die Vorsitzende der Bremer Jungen Union hält Markus Söder für den besseren Kanzlerkandidaten. Bild: Radio Bremen

Wiebke Winter war in der Nacht zu Dienstag bei der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes zur K-Frage dabei. Am Ende sprach sich eine Mehrheit für Armin Laschet als Kanzlerkandidat aus – Winter war für Söder, der inzwischen seinen Verzicht erklärt hat. Warum Winter Söder für den besseren Kanzlerkandidaten hält, erklärt sie im Interview mit buten un binnen.

Frau Winter, eine lange Nacht liegt hinter Ihnen. Gegen 0.30 Uhr kamen die Eilmeldungen, dass sich der CDU-Bundesvorstand für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten ausgesprochen hat. War das auch Ihr Votum?
Ich habe für Markus Söder gestimmt. Ich habe als stimmberechtigtes Mitglied im Bundesvorstand die Meinung meines Kreisverbandes Bremen-Nord und der Jungen Union Deutschlands vertreten. In beiden Gremien war die Mehrheit für Markus Söder.
Warum halten Sie Markus Söder für den besseren Kanzlerkandidaten?
Wir haben zwei großartige Kandidaten, von denen ich mir wünsche, dass sie sich auch in Zukunft stark für unser Land engagieren. Markus Söder ist aus meiner Sicht in den letzten Wochen stark und entschlossen aufgetreten. Das fanden viele Menschen richtig.
Als Beobachter reibt man sich ja derzeit die Augen, wie chaotisch die Suche nach dem Kanzlerkandidaten bei der Union ablief. Wie gespalten ist die Partei?
Das ist doch ein ganz normaler Prozess, dass man sich zusammensetzt und darüber diskutiert, wer am Ende der Kandidat sein soll. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Ganz normal? Es ist die Rede von offener Feldschlacht in aller Freundschaft. Bei den Grünen lief das deutlich geräuschloser. Haben Sie gestern neidisch auf die Grünen geschaut?
Nein.
Sie haben die "Klima-Union" innerhalb von CDU und CSU mitgegründet. Ist das ein Signal an die Grünen für eine mögliche schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl?
Mir geht es darum, dass wir in den nächsten Monaten mit unserem Wahlprogramm und den richtigen Inhalten ein gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl erreichen – die "Klima-Union" möchte den Klimaschutz dabei noch stärker einbinden und Wege aufzeigen, wie das in Einklang mit Wirtschafts- und Sozialpolitik gehen kann. Alles andere wird sich dann zeigen.
Ist der Klimawandel neben der Corona-Pandemie das wichtigste Wahlkampfthema?
Ja, ganz klar. Der Klimawandel ist die Jahrhundertfrage. Das Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen und Deutschland bis 2040 klimaneutral zu machen, muss ins Regierungsprogramm aufgenommen werden.
Letzte Woche haben in Bremen und umzu Aktivisten mit Straßenblockaden für mehr Klimaschutz protestiert. Was halten Sie von solchen Aktionen?
Ich halte sie zunächst mal für gefährlich, wenn Menschen wie hier (laut Polizei kam es infolge der Verkehrsbehinderungen auf der A27 zu einem Unfall, bei dem eine schwangere Frau und ihr Kleinkind schwer verletzt wurden, Anmerkung der Redaktion) zu Schaden kommen. Dann hat es hinterher auch nichts mehr mit der Sache zu tun. Ich finde aber alle Aktionen gut, die deutlich machen: Wir brauchen Innovationen, um zum Beispiel genug Strom für E-Autos zur Verfügung zu haben und mehr günstigen, erneuerbaren Strom zu produzieren. Innovationen brauchen wir aber auch auf anderen Feldern. Zum Beispiel brauchen wir gute Fleischersatzprodukte, die Lust auf Veggie-Würste machen.
Sollte Söder nach der Bundestagswahl ein Bundesministerium übernehmen?
Das fände ich gut. Aber jetzt konzentriere ich mich auf den Wahlkampf, insbesondere meine eigene Kandidatur für den Bundestag.

Winter: "In kaum einer Partei liegt der Geschlechteranteil bei 50:50"

Video vom 13. Februar 2021
Wiebke Winter, Landesvorsitzende der Jungen Union und Moderator Felix Krömer sitzen sich gegenüber
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. April 2021, 19:30 Uhr