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Warum werden Öl und Gas teurer und wie können Bremer Geld sparen?

Preiserhöhungen bei Öl und Gas: So schützen sich Verbraucher davor

Audio vom 10. Oktober 2021
Hand hält Zapfpistole und betankt ein Auto
Bild: DPA | Fabian Sommer
Bild: DPA | Fabian Sommer

Laut Verbraucherzentrale spielt der steigende CO2-Preis eine entscheidende Rolle. Eine Energieberaterin gibt Tipps, wie man die Kosten im Griff behält.

Die Preise für Heizöl, Gas und Benzin ziehen wieder an – woran liegt das?
Laut Energieberaterin Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen ist der CO2-Preis ein Grund dafür, dass Öl und Gas teurer werden: "Auf jeden Liter Diesel werden in diesem Jahr 8 Cent CO2-Preis fällig, beim Benzin sind es 7 Cent." Wer pro Jahr 15.000 Kilometer mit dem Auto fahre, bezahle hier bei einem Benzinverbrauch von 8 Litern pro 100 Kilometer also schon 85 Euro mehr. Durch den Anstieg des Benzinpreises würden es im Jahr 2025 nach dem Beispiel bereits 187 Euro sein.
Wie viel mehr müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher durch den CO2-Preis zahlen? Wo wird es am teuersten?
Für den CO2-Preis lässt sich das einfach zusammenfassen: In diesem Jahr kostet die Tonne CO2 25 Euro. Bis 2025 wird der Preis auf 55 Euro pro Tonne ansteigen. Damit will die Bundesregierung die schädlichen Klimaauswirkungen von Öl und Gas im Preis berücksichtigen.

Am Beispiel Gas rechnet Ewen die Preisentwicklung vor: "Bei einem Gasverbrauch von 20.000 kWh ist in diesem Jahr mit einem CO2-Preis von 120 Euro zu rechnen. Im Jahr 2025 liegt dieser bei 264 Euro." Wie viel mehr die Kunden tatsächlich zahlen müssten, hänge aber von der Preispolitik der Versorger ab. Diese müssen jede Erhöhung mit sechs Wochen Vorlauf ankündigen. "Soll der Preis also zum Jahresbeginn steigen, müsste das bis Mitte November angekündigt werden", sagt Inse Ewen.

Beim Ölpreis macht Ewen folgende Rechnung auf: "Ein Jahresbedarf von 2000 Litern Heizöl wird in diesem Jahr mit etwa 159 Euro CO2-Preis belegt, drei Jahre später mit rund 350 Euro."

Aber es gibt laut Energieberaterin Inse Ewen auch noch andere Preistreiber. Zum Beispiel seien in Niedersachsen die Netznutzungsentgelte bei Gas deutlich gestiegen. Auf das Land Bremen treffe das aber nicht zu. Hier seien die Netznutzungsentgelte sogar leicht gesunken. Und dann sind auch noch die Großhandelspreise für Gas gestiegen, die laut Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen ebenfalls einen Einfluss auf den Preis hätten: "Während 2020 die Situation entspannt war, kam es 2021 zu einer Verknappung des Angebotes und damit zu einem deutlichen Anstieg."
Was ist beim Benzinpreis anders als bei Gas und Öl?
Verbraucherinnen und Verbraucher haben hier selbst in der Hand, wie viel sie bezahlen. "Sie können über Apps und Internetseiten den 'richtigen' Zeitpunkt zum Tanken wählen und dadurch günstig tanken", sagt Energieberaterin Inse Ewen. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten demnach aber auch ihren Verbrauch senken, in dem sie jede Fahrt mit dem Auto hinterfragen, öfter mal zu Fuß gehen, auf das Fahrrad steigen, Bus und Bahn nutzen oder auf Fahrgemeinschaften umsteigen würden.
Wie können Verbraucherinnen und Verbraucher am besten Heizkosten einsparen?
In vielen Haushalten befinden sich Gasheizungen. Um hier Kosten zu sparen, gibt es verschiedene Stellschrauben. Energieberaterin Ewen von der Verbraucherzentrale rät Folgendes: "Eine Heizung sollte regelmäßig gewartet und überprüft werden. Hier kommt es auch auf die richtige Einstellung an. Ist zum Beispiel eine Nachtabsenkung eingestellt und kann die Zeit sogar ausgeweitet werden?" Aber auch die Raumtemperatur habe ihren Einfluss. Schon ein Grad weniger könne sechs Prozent an Heizenergie einsparen. Im letzten Schritt ließen sich auch durch die Wahl des richtigen Tarifs beim Grundversorger oder durch den Gasanbieterwechsel Kosten sparen.

Bei Ölheizungen sei das laut Ewen nicht ganz so einfach. Neben der Pflege der Heizungsanlage und bewusstem Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer spiele hier der richtige Zeitpunkt des Tankens eine Rolle. Wie auch schon in den letzten Jahren müssten die Besitzerinnen und Besitzer den Ölpreis beobachten und zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen.
Wie werden sich die Preise bei Gas, Heizöl und Benzin auf Dauer entwickeln?
Laut der Energieberaterin der Verbraucherzentrale müssten sich Verbraucherinnen und Verbraucher auch langfristig auf steigende Preise einrichten, da es Klimaschutz nicht zum Nulltarif geben könne. "Sie haben es aber in der Hand, perspektivisch die Weichen Richtung Klimaschutz zu stellen", sagt Ewen. "Bereits jetzt erhalten beispielsweise Besitzerinnen und Besitzer von alten Ölheizungen beim Ersatz durch Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien bis zu 50 Prozent der Kosten als Bargeldzuschuss oder ein zinsgünstiges Darlehen", so Ewen weiter.

Aber auch energetische Sanierungsmaßnahmen wie den Fensteraustausch, die Dämmung des Hauses oder des Daches würden den Energieverbrauch reduzieren und dadurch die Kostensteigerungen etwas abfedern. Dabei hätten es Verbraucherinnen und Verbraucher laut Inse Ewen selbst in der Hand: "Das A und O ist letztendlich auch das persönliche Verhalten in der Wohnung oder im Haus."

Autoren

  • Mischa Wahed
  • Niklas Hons Volontär

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 7. Oktober 2021, 9:10 Uhr