Bremen will Impftempo halten – trotz neuer Regeln für AstraZeneca

  • Bremen kann Wegfall von AstraZeneca für Jüngere kurzfristig überbrücken
  • Impfstoff von Johnson & Johnson soll die Situation entspannen
  • Bisher geplante Impftermine müssen laut Behörde nicht ausfallen
Video vom 31. März 2021
Ein älteres Paar wartet nach der Impfung im Impfzentrum in der Messehalle in Bremen.
Bild: Radio Bremen | Pit Kröger

Auch nach der neuen Empfehlung, mit dem Wirkstoff von AstraZeneca über 60-Jährige zu impfen, soll in Bremen insgesamt nicht weniger geimpft werden. "Grundsätzlich kann das Impftempo auf jeden Fall aufrecht gehalten werden", sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts buten un binnen.

Ab der kommenden Woche steigen ja auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in die Impfungen mit ein. Wahrscheinlich wird das Tempo dann noch einmal ein wenig steigen können, weil dann auch mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Der Pressesprecher der Gesundheitssenatorin Lukas Fuhrmann im Interview.
Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts

Allerdings könne es eventuell bei der "Priorisierung einzelner Gruppen im April zu Verzögerungen" kommen. In der Stadt Bremen seien davon beispielsweise Übergangswohnheime für Geflüchtete und Obdachlosenunterkünfte betroffen, teilte das Gesundheitsressort mit. Hier fehlten ab Mitte April Impfdosen für rund 3.500 Impfungen.

Diese Verzögerungen werden wir mit den angekündigten Lieferungen von Johnson & Johnson im April aber voraussichtlich abfedern.

Claudia Bernhard, Bremer Gesundheitssenatorin

Bisher geplante Terminen für Erstimpfungen mit AstraZeneca müssen nicht ausfallen. Sie werden automatisch auf Biontech oder Moderna umgestellt. Zweitimpfungen mit AstraZeneca waren eigentlich ab dem 12. April geplant. Sie werden jetzt nach hinten verschoben, bis die Ständige Impfkommission (Stiko) in der Frage eine neue Empfehlung abgegeben habe.

Bisher keine Sinusvenenthrombosen in Bremen

Nachdem die Stiko am Dienstag ihre Empfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff angepasst hatte, haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen, dass der Impfstoff in der Regel nur noch an Personen über 60 Jahre verimpft werden soll.

Hintergrund sind neue Daten zu seltenen aber schwerwiegenden Nebenwirkungen. In Bremen sind diese Sinusvenenthrombosen laut Gesundheitsbehörde noch nicht aufgetreten. Den Daten der Stiko zufolge treten diese Nebenwirkungen statistisch bei einem von 100.000 Fällen auf, bei den 25.000 AstraZencea-Geimpften in Bremen gab es das noch nicht. Da die Stichprobe in Bremen so klein sei, sei man froh über die Daten aus anderen Ländern, sagte Fuhrmann.

Insgesamt sei der AstraZeneca-Wirkstoff in Bremen bisher gut angenommen worden. Es habe nur vereinzelt Terminabsagen gegeben, sagte Fuhrmann. "Man kann ja auch weiterhin sagen: 'Der Impfstoff von AstraZeneca wirkt gut.'"

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. März 2021, 19:30 Uhr