Protest auch in Bremen: IG Metall will in Airbus-Werken demonstrieren

  • Gewerkschaft reagiert mit Protest am Mittwoch auf Airbus-Stellenabbau
  • Rund 600 Stellen sollen in Bremen wegfallen
  • IG Metall will betriebsbedingte Kündigungen verhindern
Video vom 3. Juli 2020
Die Straße zum Airbus-Werk in Bremen. Am Gebäude ist ein großes Airbus-Logo zu sehen.
Bild: Radio Bremen

Die IG Metall will mit einem Aktionstag gegen den angekündigten Abbau von bundesweit mehr als 5.000 Arbeitsplätzen beim Flugzeugbauer Airbus protestieren – 3.200 davon im Norden. Dazu sind nach Angaben der Gewerkschaft am kommenden Mittwoch an allen Airbus-Standorten Kundgebungen geplant.

Die IG Metall will zusammen mit den Betriebsräten und den Beschäftigten ein Zeichen gegen den Stellenabbau setzen. Auch in Bremen, Hamburg und Stade, sowie an den Standorten Varel und Nordenham sind vor den Werkstoren Demonstrationen geplant. Allein in Bremen fallen voraussichtlich etwa 600 Jobs weg, die IG Metall fürchtet eine noch höhere Zahl. Airbus will 445 Arbeitsplätze in der Stammbelegschaft streichen und voraussichtlich weitere 160 bei der Tochter Premium Aerotec. In Stade sollen 365 Stellen wegfallen, in Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel 2.325 und an weiteren Standorten um die 40.

Bremer Betriebsrat hält Stellenabbau für nicht stichhaltig

Die Gewerkschaft verlangt deshalb, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, und vor allem auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Politik fordern sie zudem auf, das Kurzarbeitergeld auszuweiten. Der Stellenabbau bei Airbus wird in der kommenden Woche auch die Bremische Bürgerschaft beschäftigen: auf Antrag der FDP debattiert der Landtag darüber in einer Aktuellen Stunde.

Der Betriebsratschef von Airbus in Bremen, Jens Brüggemann, hält die Begründung für den Stellenabbau nicht für stichhaltig. Das Unternehmen habe andere Möglichkeiten zur Kostensenkung nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Brüggemann bei buten un binnen.

Die Stimmung ist tatsächlich unterirdisch. Es gibt viel Unverständnis und auch viel Sorge und Angst um die Zukunft. Und der Arbeitgeber, so wie er sich bis jetzt verhält, macht nicht den Anschein, dass er an einer gemeinsamen Lösung interessiert ist, sondern eher an einer Konfrontation.

Jens Brüggemann, Betriebsratschef von Airbus

Airbus gibt konkrete Zahlen zum Stellenabbau bekannt

Video vom 2. Juli 2020
Auf einem Schild ist das Logo der Firma Airbus.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 3. Juli 2020, 17 Uhr