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Hotelverband befürchtet Insolvenzen in Bremen und Bremerhaven

Die Übernachtungszahlen in Bremen und Bremerhaven knackten Rekorde – dann kam die Pandemie und mit ihr die Geldnot. Die wenigen Geschäftsreisen decken die Kosten nicht.

Eine Putzfrau saugt in einem Hotelzimmer (Archivbild)
Viele Hotelzimmer im Land Bremen haben schon lange keine Gäste mehr gesehen (Symbolbild). Bild: DPA | Stefan Sauer
Wie ist aktuell die Lage der Hotels in Bremen und Bremerhaven?
Seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr ist die Zahl der Hotelgäste im Land Bremen um 50 Prozent und mehr eingebrochen. Dementsprechend schlecht geht es den Betrieben im Land Bremen. Dass der Rückgang nicht noch größer war, lag an den vergleichsweise großen Freiheiten im Sommer, wo viele Menschen noch verreist sind. Im Herbst kam der Tourismus in Deutschland dann quasi komplett zum Erliegen. Einige Hotels in Bremen und Bremerhaven haben aktuell geschlossen, andere sind geöffnet und können zumindest von Geschäftsreisenden profitieren. Allerdings deckt das nicht die Kosten, sagt der Vorstand des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Bremen. Deshalb erwartet der Verband, dass einige der über 100 Hotels im Land Bremen in den kommenden Monaten Insolvenz anmelden werden.
Wie war die Entwicklung bis zur Corona-Krise?
Vor der Pandemie wurden in Bremen und Bremerhaven, wie in vielen anderen deutschen Großstädten auch, Jahr für Jahr Rekorde geknackt, was die Übernachtungszahlen angeht. In der Stadt Bremen waren es im Jahr 2019 mehr als 2,3 Millionen Übernachtungen in Hotels, in Bremerhaven etwa 400.000. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Zahl sich in den vorigen 15 Jahren verdoppelt hat. Dementsprechend ist auch die Zahl der Hotels in Bremen und Bremerhaven gestiegen; seit 2009 bis zum Beginn der Pandemie um etwa 25 Prozent. Auch die Auslastung der Zimmer in den einzelnen Häusern ist kontinuierlich gewachsen. Die Nachfrage war da, deshalb auch die vielen neuen Hotels, vor allem weil Städtereisen sehr beliebt und nachgefragt waren.
Welche Prognosen gibt es für den Hotelmarkt in Bremen und Bremerhaven nach Corona?
Laut Dehoga ist das schwer abzuschätzen. Eine zentrale Frage wird sein, wie sich Geschäftsreisen entwickeln, da diese in der Vergangenheit den Hauptteil der Übernachtungen in Hotels ausgemacht haben. Bleiben viele Unternehmen bei Videokonferenzen und versuchen durch Streichung von Reisen Kosten zu sparen oder wird verstärkt wieder auf das persönliche Treffen gesetzt? Hinzu kommt die Unsicherheit, wann viele Menschen wieder reisen dürfen und wonach ihnen dann der Sinn steht. Es ist unklar, ob sich der Boom bei Städtetrips so fortsetzt oder den Menschen nach der langen Pandemie eher der Sinn nach Fernreisen, Strand und Sonne steht. In einem ist der Hotel- und Gaststättenverband aber sicher: Der Trend geht in Richtung spezialisierter Angebote, beispielsweise speziell für Geschäftsreisende oder für Wellness-Interessierte.

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Autor

  • Michael Kück Redakteur

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Mittag, 11. Mai 2021, 13:15 Uhr