Hells Angels beteiligt? Bremen legt Pläne für Bordellbetrieb auf Eis

  • Zusammenhang mit Hells Angels soll genauestens geprüft werden
  • Bis dahin sind alle Entscheidungen ausgesetzt
  • Auch Bordellbetrieb in der Neustadt und geplante Spielhalle sind betroffen
Eine Prostituierte liegt im Bordell "Paschas" auf einem Bett.
Bei einem geplanten Bordellbetrieb, dem bereits bestehenden Betrieb in der Neustadt und einer geplanten Spielhalle sollen jetzt mögliche Verbindungen zu den Hells Angels untersucht werden. Bild: DPA | Oliver Berg

Der Bremer Senat hat vorerst alle Entscheidungen zu bau- und gewerberechtlichen Anträgen aus dem Umfeld der Hells Angels auf Eis gelegt. Die Ressorts Inneres und Stadtentwicklung einigten sich am Dienstag in Sachen geplantem Bordellbetriebe in Bahnhofsnähe, einer geplanten Spielhalle und eines bereits bestehenden Bordells in der Neustadt auf ein Moratorium, das Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Stadtentwicklungssenatorin Maike Schaefer (Grüne) zur nächsten Sitzung des Senats vorschlagen wollen. Damit würden dann alle Entscheidungen vorerst ruhen.

Schon vor diesem Moratorium werde das Wirtschaftsressort keine weiteren Entscheidungen dazu treffen , heißt es in einer Mitteilung der Bremer Landesregierung. "Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass Hells Angels hinter den Projekten stehen, gilt es, auch sämtliche Möglichkeiten des Bau- und Gewerberechts zu nutzen, um der organisierten Kriminalität entgegenzutreten", sagte Schaefer.

Hells Angels-Anführer trat als Ansprechpartner für Behörden auf

Das Bordell Eros69 von außen.
Hinter dem "Eros69" in der Neustadt sollen die Hells Angels stecken. Bild: Radio Bremen

Bei allen drei betroffenen Projekten besteht dem Senat zufolge der Verdacht, dass Mitglieder der Hells Angels als Drahtzieher und Akteure hinter den Geschäftsführerinnen stehen. Ziel dieses Moratoriums ist es dem Senat zufolge, keine weiteren behördlichen Entscheidungen über Anträge aus diesem Umfeld zu treffen – "bis zur abschließenden Bewertung der bereits vorliegenden Erkenntnisse und einem vertieften Austausch über weitere Informationen mit der Polizei Niedersachsen". Am Ende könnte auch ein Widerruf der Erlaubnis für das "Eros69" in der Neustadt stehen.

Das Moratorium verschafft den beteiligten Behörden Zeit, alle Fakten detailliert zusammenzutragen und erneut gemeinsam zu bewerten.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD)

Eine der Geschäftsführerinnen des Bordells ist mit einem ehemaligen Führungsmitglied des 2013 verbotenen Bremer Chapters der Hells Angels verheiratet. Dem Innenressort zufolge gilt er heute als Kopf der "Hells Angels MC Key Area" in Delmenhorst. Er sei gegenüber Behörden auch als Ansprechpartner für das "Eros69" aufgetreten.

Innensenator will mutmaßliches Hells Angels-Bordell verhindern

Video vom 18. Februar 2021
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Februar 2021, 19:30 Uhr