Hebammen-Mangel: Bremer Studiengang soll Beruf attraktiver machen

  • Ab 2020 sollen pro Jahr bis zu 20 Hebammen ausgebildet werden
  • Bremen setzt damit eine Richtlinie der Europäischen Union um
  • Mehr als 40 Prozent der Hebammen in Bremen sind älter als 50 Jahre
Eine Hebamme betreut eine Patienten

Bremens Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) stellt heute den neuen Bremer Studiengang Hebammenwissenschaft vor. Ab 2020 sollen an der Hochschule pro Jahr bis zu 20 Hebammen ausgebildet werden. Bremen setzt damit eine EU-Richtlinie um.

Der Bachelorstudiengang bedeutet einen kompletten Systemwechsel. Die bisherige berufliche Hebammen-Ausbildung wird abgeschafft. Das Gesundheitsressort rechnet damit, dass sich mit dem Studiengang künftig mehr junge Menschen für den Beruf entscheiden als bisher. Laut den Ergebnissen einer Studie der Bremer Universität sind mehr als 40 Prozent der Hebammen in Bremen älter als 50 Jahre. Insgesamt gibt es noch rund 260 Hebammen. Zurzeit sind im Land Bremen knapp 20 Stellen nicht besetzt.

Damit sich das ändere, müssten neben langfristigen Projekten wie dem neuen Studiengang auch Sofortmaßnahmen her, fordert der Bremer Hebammenverband. Dazu gehörten eine bessere Bezahlung oder familienfreundliche und altersgerechte Schichtmodelle. Auch der Wiedereinstieg in den Beruf müsste erleichtert werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 25. Februar 2019, 6 Uhr