Borgward will offenbar immer noch nach Bremen

  • Wirtschaftsförderung verlängert Reservierung für Borgward
  • Autobauer kündigte bereits mehrfach an, bald mit dem Bau zu beginnen
  • Wirtschaftsbehörde ist vom ernsthaften Interesse des Unternehmens überzeugt
Unbebautes Grundstück auf dem Borgward sich ansiedeln wollte
Reserviert: Borgward will im Güterverkehrszentrum eine Fertigungshalle bauen. (Archivbild)

Die Hängepartie um die Borgward-Ansiedelung in Bremen geht weiter: Die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) hält dem Autobauer ein Grundstück im Güterverkehrszentrum bis Mitte des Jahres frei. Das bestätigte der Sprecher der Wirtschaftsbehörde, Tim Cordßen, auf Anfrage von buten un binnen. Ob die Pläne am Ende Realität werden, ist aber noch unklar. Das 140.000 Quadratmeter große Grundstück ist seit mittlerweile fast zwei Jahren für Borgward reserviert – ohne dass der Autohersteller mit dem Bau der geplanten Fertigungshalle begonnen hätte.

Bereits mehrfach hatte das Unternehmen angekündigt, bald mit dem Bau einer Fertigungshalle zu beginnen. Daraus ist bisher aber nichts geworden. Ende 2018 lief die ursprüngliche Frist der Reservierung für die Fläche aus. Nach Angaben von Cordßen habe es dann aber keine anderen, konkreten Interessenten gegeben. Daher sei man der Bitte Borgwards um eine Verlängerung nachgekommen.

Die Ernsthaftigkeit des Interesses von Borgward steht außer Frage und wir würden uns sehr wünschen, dass es am Ende klappt.

Tim Cordßen, Sprecher der Bremer Wirtschaftsbehörde

Angesichts der Tatsache, dass schon der ursprünglich geplante Baubeginn im Jahr 2017 und der Produktionsstart im Jahr 2018 abgesagt wurden, kritisiert die Bremer CDU die Entscheidung des Wirtschaftsressorts. "Wenn die Flächennachfrage im GVZ so hoch ist, wie der Senat immer wieder betont, besteht kein Grund, die wertvolle Fläche noch länger kostenlos für eine Firma zu reservieren, die sich absehbar nicht im Land Bremen ansiedeln wird", so der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion Jörg Kastendiek.

Die Entscheidung, ob Borgward tatsächlich nach Bremen kommt, fällt letztlich in China. Zwar hat die Borgward-Group ihren Sitz in Stuttgart. Die Mehrheit der Anteile hält aber ein chinesisches Unternehmen: das Fahrdienst-Start-up Ucar. Das Unternehmen übernahm im vergangenen Herbst die Anteile des chinesischen Autoherstellers Foton Motor.

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. März 2019, 11 Uhr