Greensill-Bank-Gläubiger treffen sich in der Bremer Glocke

Video vom 8. Juni 2021
Ein Schild mit dem Firmennamen "Greensill Bank" hängt am Eingang der Bremer Privatbank.
Bild: DPA | Sina Schuldt
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Bremer Greensill-Bank meldete Anfang März 2021 Insolvenz an
  • Am Dienstag findet erste Gläubigerversammlung in der Glocke statt
  • Verfahrensbeteiligte rechnen mit jahrelangem Prozess

Nach der Insolvenz der Bremer Greensill-Bank Anfang März findet an diesem Dienstag die erste Gläubigerversammlung im Konzerthaus der Bremer Glocke statt. Beginn ist um 10 Uhr. Wie viele Gläubiger an der Versammlung teilnehmen, ist unklar. Ebenso, wie hoch die Summe der Forderungen ist. Verfahrensbeteiligte rechnen damit, dass sich der gesamte Prozess noch Jahre hinziehen wird.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte das Bremer Geldhaus wegen drohender Überschuldung Anfang März geschlossen. Mitte März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Von der Pleite waren mehr als 20.000 Privatkunden betroffen. Ihre Einlagen, insgesamt etwa drei Milliarden Euro, waren allerdings über den Entschädigungsfonds der Deutschen Banken abgesichert.

Millionenschaden für Städte und Gemeinden wie Nordenham

Anders sieht es aber beispielsweise für Städte und Gemeinden aus, denn deren Anlagen sind seit einigen Jahren gesetzlich nicht mehr geschützt. Trotzdem hatten etwa 50 Kommunen Geld bei der insolventen Greensill-Bank angelegt – zu vergleichsweise attraktiven Zinsen. Die Stadt Monheim am Rhein etwa investierte 38 Millionen Euro, ebenso waren beispielsweise auch Osnabrück, Nordenham, Wiesbaden und Hanau mit Millionensummen dabei. 17 Betroffene haben sich inzwischen zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Ein Sprecher der Stadt Monheim sagte zu Radio Bremen, man sei zuversichtlich, wenigstens einen Teil des Geldes zurück zu bekommen.

Die Bremer Staatsanwaltschaft hatte Anfang März Strafanzeige wegen Bilanzfälschung gegen das Management der Bank gestellt. Daraufhin wurden die Geschäftsräume durchsucht. Die Ermittlungen dauern an. Die Greensill-Bank hatte zuvor innerhalb eines Jahres ihre Bilanzsumme um fast 500 Prozent gesteigert, auf insgesamt rund 3,8 Milliarden Euro.

Wie groß sind die Erfolgsaussichten der Greensill-Gläubiger?

Video vom 8. Juni 2021
Der buten un binnen Reporter Torben Ostermann als Gast im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 18. März 2021, 9:15 Uhr