Gesundheitssenatorin begrüßt Bundestagsentscheidung zur Organspende

  • Claudia Bernhard (Die Linke) findet es gut, dass nicht jeder automatisch zum Organspender wird
  • Für mehr Organspenden brauche es mehr Aufklärung
  • Politiker von CDU und SPD sehen das anders
Dialyse-Patient Wolfgang Zimmermann im Krankenzimmer während der Behandlung

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) unterstützt die Entscheidung des Bundestags für die Zustimmungslösung bei Organspenden. Zwar sei es richtig, dass man deutlich mehr Menschen dazu bringen müsse, Organe zu spenden, sagte die Linken-Politikerin. Die sogenannte Widerspruchslösung hält sie aber nicht für den richtigen Ansatz. Danach wird jeder automatisch Spender, wenn er nicht widerspricht. Der Weg müsse über mehr Aufklärung gehen, findet Bernhard.

Ähnlich sieht es auch die Gesundheitspolitikerin Ilona Osterkamp-Weber von den Grünen. "Wir wollen eine bewusste Entscheidung für die Organspende" sagt sie. Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eingebrachte Widerspruchslösung hätte dagegen aus ihrer Sicht das Selbstbestimmungsrecht eingeschränkt.

Experten von CDU und SPD enttäuscht

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Rainer Bensch, sieht das anders. "Schade", sagt er zur Entscheidung des Bundestags und verweist auf 10.000 Menschen in Deutschland, die zur Zeit auf Spenderorgane warten. Auch die SPD-Gesundheitspolitikerin Ute Reimers-Bruns hätte für die Widerspruchslösung gestimmt. Einig sind sich Bremens Gesundheitspolitiker darin, dass mehr getan werden muss, um die Bereitschaft für Organspenden zu erhöhen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 17. Januar 2020, 7 Uhr