Bremer Klinikverbund fehlen durch Corona bis zu 58 Millionen Euro

  • Abgesagte Operationen sorgen für Verlust von Einnahmen
  • Zusätzliche Intensivbetten lassen Kosten steigen
  • Wie das Finanzloch gestopft wird, ist noch offen
Schriftzug "Gesundheit Nord - Klinikverbund Bremen" an einem Gebäude
Die Gesundheit Nord hat seit Jahren Finanzprobleme. Durch die Corona-Krise kommt es jetzt noch dicker.

Der kommunale Klinikverbund in Bremen Gesundheit Nord (Geno) rechnet durch die Corona-Pandemie mit zusätzlichen Kosten von 58 Millionen Euro. Das hat die Geschäftsführung auf einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt. Woher das Geld kommen soll, ist unklar.

Insbesondere die weggebrochenen Einnahmen machen den kommunalen Kliniken zu schaffen. Denn sehr viele geplante Operationen wurden verschoben, um Platz für mögliche Corona-Kranke zu haben, so eine Geno-Sprecherin. Hinzu kämen hohe Kosten für zusätzliche Intensivbetten und Personal sowie gestiegene Preise für Schutzausrüstung. Wenn das noch sechs Monate so weitergehe, laufe bei der Geno ein Fehlbetrag von 58 Millionen Euro auf. Hinzu kommt das bereits vor der Corona-Pandemie berechnete Defizit für das laufende Jahr von 20 Millionen Euro. Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hatte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) gesagt, zusammen mit der Geno und dem Finanzressort nach Lösungen zu suchen.

Andere Kliniken ebenfalls betroffen

Auch die freien Kliniken in Bremen befürchten hohe Kosten durch die Corona-Pandemie. Kurzarbeit sei jedoch in keinem Krankenhaus geplant, erklärten die Verantwortlichen gegenüber buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. April 2020, 20 Uhr.