Wegen Warnstufen-Auslegung: Bremer Gastronomen drohen mit Klage

Wegen Warnstufen-Auslegung: Bremer Gastronomen drohen mit Klage

Video vom 7. Oktober 2021
Ein Wirt trägt einen Mund-Nasenschutz und zapft ein Bier.
Bild: DPA | Christoph Soeder
Bild: DPA | Christoph Soeder

Bremer Gastronomen kritisieren die Senatsentscheidung, trotz niedriger Hospitalisierungsrate in Warnstufe 1 zu verharren. Der Gaststätten-Verband Dehoga sieht das anders.

Die Entscheidung des Bremer Senats, die Corona-Warnstufe 1 trotz einer der Stufe 0 entsprechenden Hospitalisierungsrate beizubehalten, stößt bei Bremer Gastronomen auf scharfe Kritik. "Wer Spielregeln aufstellt, um diese im Anschluss selbst nicht zu beachten, macht sich unglaubwürdig", sagt der Sprecher der Bremer Gastro-Gemeinschaft (BGG). Der Senat dürfe sich nicht wundern, dass immer mehr Menschen über diese Willkür den Kopf schütteln und ihrerseits kreativ mit diesen Maßnahmen umgingen.

Konkret kritisieren die Gastronomen, dass die Kontrolle des 3G-Status, welcher in der Stufe 0 wegfallen würde, Personal binde und somit kostenintensiv sei. Hinzu käme, dass viele Betriebe weiterhin an Mitarbeitermangel litten.

Wir werden unsere Betriebe auffordern die Personalkosten, die für die Checks anfallen zu ermitteln und aufzulisten. Diese Kosten werden wir dem Senat in Rechnung stellen.

Thorsten Lieder, Sprecher der Bremer Gastro-Gemeinschaft

Die Gastro-Gemeinschaft fordert den Senat nun auf, seinen Beschluss umgehend zu korrigieren und die Warnstufe 0 auszurufen. "Wird die Stufe nicht spätestens in der nächsten Woche so angepasst, wie es die Verordnung vorsieht, werden wir eine erneute Klage gegen dieses Vorgehen prüfen lassen", sagt Lieder.

An den Regelungen in Bremerhaven gibt es dem BGG zufolge hingegen nichts zu mäkeln. "Die Regelungen in Bremerhaven sind konform zur Verordnung", sagt Lieder, auch wenn dies bitter sei.

Dehoga kann BGG-Kritik nicht nachvollziehen

Der Hotel- und Gaststätten Verband Dehoga hält die Kritik an der Umsetzung des Bremer Warnstufenmodells hingegen für überzogen. "Wir sind froh, überhaupt wieder öffnen zu dürfen – ohne Maske und ohne Abstand", sagt Detlef Pauls, Vorsitzender des Dehoga-Landesverbands Bremen. Zwar seien die Kontrollen zur Kontaktnachverfolgung ein gewisser Aufwand. Das nehme man aber in Kauf, so Pauls.

Blicken die Bremer beim neuen Stufenmodell für Corona-Maßnahmen durch?

Video vom 22. September 2021
Graue Treppenstufen auf denen Zettel mit Nummern liegen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Oktober 2021, 19:30 Uhr