Stiftung Friedehorst will Mitarbeitern wieder volles Gehalt zahlen

  • Beschäftigte verzichten seit Jahren auf Teil des Einkommens
  • Grund war finanzielle Schieflage der Stiftung
  • Jetzt wurden zwei große "Verlustbringer" abgegeben
Schriftzug "Willkommen in Friedehorst" am Eingang des Geländes.

Die Stiftung Friedehorst in Bremen-Lesum will ab dem kommenden Jahr den meisten ihrer Mitarbeitenden wieder volles Gehalt zahlen. Das hat der Vorstand der diakonischen Stiftung buten un binnen mitgeteilt. Die rund 1.400 Beschäftigten verzichten seit Jahren auf einen Teil ihres Gehaltes, um den Sanierungskurs der Stiftung zu unterstützen.

Zwischen 150 und 200 Euro mehr im Monat werden gut 90 Prozent der Mitarbeitenden ab Januar wieder bekommen. Nur in einem Bereich, der noch nicht genannt werden soll, könnte die Angleichung noch dauern, erklärt Vorstandsmitglied Pastor Schmidt. Sieben Jahre lang hatten die Beschäftigten auf Lohn verzichtet, weil die Stiftung finanziell in Schieflage geraten war.

Stiftung gibt Reha-Zentrum und Gymnasium ab

In diesem Jahr hat die Leitung entschieden, sich von zwei großen "Verlustbringern" zu trennen. Das Neurologische Reha-Zentrum wird voraussichtlich von den Johannitern übernommen. Das Eduard-Nebelthau-Gymnasium in Lesum will ein Elternverein weiterführen. Die Übergabe der Schule soll im November stattfinden. In Zukunft will sich die Stiftung Friedehorst auf die Altenpflege, die Hilfe für behinderte Menschen und berufliche Rehamaßnahmen konzentrieren.

Die Stiftung Friedehorst

Amerikanische und deutsche Christen gründeten die Stiftung 1947 auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bremen-Lesum. Dort stand nach dem Zweiten Weltkrieg ein Militär-Lazarett. Zu dieser Zeit wurde auf dem Gelände auch eine Holzkirche errichtet. Seit mehr als 70 Jahren bietet Friedehorst Hilfe für Jugendliche und Erwachsene an. Jedes Jahr werden dort nach Angaben der Stiftung rund 2.000 Menschen betreut. Der Name Friedehorst setzt sich der Stiftung zufolge aus dem Wunsch der Menschen nach Frieden und dem Wort "Horst" für Nest oder Neuanfang zusammen. Mehrere Ortschaften in der Nähe enden ebenfalls so: Hoherhorst und Löhnhorst sind dafür Beispiele.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 26. August 2019, 16 Uhr