Fragen & Antworten

So könnte es klappen: 3 Fragen zum Bremer Freimarkt in Corona-Zeiten

Das Parlament debattierte darüber, ob und wie es in diesem Jahr den Freimarkt geben kann. Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu einem "Freimarkt light".

Menschen vor einem Fahrgeschäft auf einem Jahrmarkt.
Auch in diesem Jahr möchte die Bremer Politik einen Freimarkt möglich machen – trotz Corona. Bild: Radio Bremen | Jakob Patzke
Könnte der Freimarkt überhaupt stattfinden? Schließlich gibt es doch eigentlich ein Verbot für Großveranstaltungen? 
Ja, der Bremer Freimarkt ist eines der größten Volksfeste in Deutschland. Und grundsätzlich bleiben solche Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober verboten, so haben es die Länder-Regierungschefs gemeinsam mit der Bundeskanzlerin bei ihrer Konferenz vor drei Wochen beschlossen. Aber die Länderchefs haben auch eine Hintertür offen gelassen für Ausnahmen. Die sollen möglich sein, wenn strenge Hygieneregeln eingehalten werden können und sich auch die Infektionswege nachvollziehen lassen. Und wie das möglich sein könnte, wollen die Bremer Politiker jetzt mit den Schaustellern zusammen prüfen.

Der Freimarkt darf kein Corona-Hotspot werden.

Carsten Meyer-Heder, CDU-Abgeordneter
Wie sähe ein Freimarkt unter Corona-Bedingungen aus? 
Sicherlich nicht so, wie wir ihn die letzten Jahre gewohnt waren. Das sagt auch Susanne Keunecke. Sie ist die Vorsitzende des Vereins der Schausteller. Vermutlich müsste es zum Beispiel weniger Karussells und Stände auf der Bürgerweide geben. Außerdem wäre es wichtig, dass die eingezäunte Bürgerweide feste Ein- und Ausgänge hätte. So könnte sichergestellt werden, dass die zulässige Höchstzahl an Besuchern nicht überschritten wird. Und da die Infektionsketten nachvollziehbar sein müssen, müssten die Kontaktdaten der Besucher gespeichert werden.

So wäre es zum Beispiel möglich, dass Besucher vorher Tickets kaufen und ein Zeitfenster buchen, damit nicht zu viele Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sind. Auch muss geklärt werden, wie man Warteschlangen vermeidet, Hygienestandards in den Karussells einhält und wie viele und welche Stände und Fahrgeschäfte bei so einem "Freimarkt light" möglich sind. All das ist Thema bei den Gesprächen der Schausteller und des Wirtschaftsressorts.

Wir würden dann natürlich auch einen coronakonformen Freimarkt so gestalten, dass der Besucher Spaß hat. Es wird aber sicherlich kein Freimarkt, wie man ihn aus den vergangenen Jahren kennt. Aber ich glaube, die Menschen haben mittlerweile wieder Lust zu feiern und gesellig zu sein – und da würden wir ihnen gerne die Möglichkeit geben.

Susanne Keunecke, Vorsitzende des Vereins der Schausteller
Und wie stehen die Chancen, dass der Bremer Freimarkt 2020 tatsächlich stattfindet?
Das ist schwer zu sagen. Prinzipiell sind sich alle einig, dass der Freimarkt schön wäre – auch wenn es ein "Freimarkt light" wäre. Das hat die Debatte in der Stadtbürgerschaft gezeigt.

Die große Frage ist aber: Wie viel Aufwand ist nötig, um alle Vorgaben umzusetzen? Funktioniert das in der Praxis? Ist das tatsächlich noch wirtschaftlich für die Schausteller, die ja von der Corona-Krise besonders gebeutelt sind? Und ist es am Ende noch ein Freimarkt – kann man sich unter solchen Bedingungen amüsieren? Da gab es im Parlament doch einige Zweifler, wie den Grünen-Politiker Robert Bücking zum Beispiel.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hat bekräftigt, dass sie für den Freimarkt kämpfen will. Die Menschen sehnten sich auch nach einem Stück Normalität, sagte sie. Aber am Ende müssten die Schausteller entscheiden, ob sich so ein abgespecktes Volksfest wirtschaftlich lohnt. Außerdem ist da immer noch die andere große Unwägbarkeit – nämlich wie sich die Infektionszahlen bis Oktober entwickeln.

Auf der Kippe: Droht dem Bremer Freimarkt die Absage?

Video vom 17. Juni 2020
Mehrere Lebkuchenherze, die in einer Freimarktsbude hängen.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. Juli 2020, 7 Uhr