Bremer Freimarkt darf trotz Corona stattfinden – ohne Alkohol

  • Senat stimmt für eine Durchführung des Freimarkts als Freizeitpark
  • Wegen der Corona-Pandemie ist aber eine schlankere Form geplant
  • Durchführung des Bremer Volksfests im Oktober unter acht Bedingungen
Menschen in einem gelben Kettenkarussell auf dem Bremer Freimarkt unter blauem Himmel
Der Freimarkt findet 2020 trotz Corona statt. Bild: Radio Bremen | Benjamin Eichler

Der 985. Bremer Freimarkt darf in Form eines Freizeitparks stattfinden. Das hat der Bremer Senat an diesem Dienstag beschlossen. Damit hat sich die Bremer Landesregierung gegen eine Absage und stattdessen für eine Durchführung des Volksfests in deutlich schlankerer Form entschieden. Beide Varianten wurden zuvor debattiert.

Den bereits vorab bekannten Plänen zufolge wird der Freimarkt pandemiebedingt allerdings nur mit deutlichen Einschränkungen stattfinden. Konkret nennt der Senat acht Bedingungen, die erfüllt werden müssen:

  • Die Erlaubnis gilt nur für die Dauer von vier Wochen.
  • Das Gelände auf der Bürgerweide muss umzäunt werden.
  • Einlasskontrollen sollen die Nachverfolgung der Gäste sicherstellen.
  • Darüber hinaus sind maximal 6000 Besucher gleichzeitig erlaubt.
  • Ein Festzelt wird es nicht geben.
  • Alkohol wird nicht ausgeschenkt.
  • Die Öffnungszeit endet um spätestens 22 Uhr.
  • Zudem müssen die Veranstalter ein Hygienekonzept vorlegen.

Ob der Freimarkt tatsächlich kommt, müssen jetzt die Schausteller entscheiden. Dafür müssten sie die Bedingungen des Senats akzeptieren. Darauf hofft Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD): "Wir hoffen, dass wir uns mit den Schaustellern in den nächsten Tagen verständigen können." Er bedauert, dass der Freimarkt in diesem Jahr nur in abgespeckter Form stattfinden kann.

Mehr Familie, weniger Party – das verlangt leider die Corona-Pandemie.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei einer Pressekonferenz im Bremer Senat.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte

Der Vorsitzende des Bremer Schaustellerverbandes, Rudolf Robrahn, reagierte überrascht auf das Angebot. "Wir freuen uns erst mal", sagte Robrahn dem Evangelischen Pressedienst (epd). Allerdings seien die Pläne für die Schausteller "teilweise nicht nachvollziehbar". So sieht Robrahn das generelle Alkoholverbot kritisch. Das sei eine Ungleichbehandlung gegenüber der stationären Gastronomie. Überdies sei Alkohol in der Softversion völlig unbedenklich: "m Grunde entmündigt man volljährige Besucher mit dem Verbot."

Noch ungeklärt ist, ob der Freimarkt in diesem Jahr von der Stadt oder als private Veranstaltung organisiert wird. Davon hängt auch ab, wer für welche Kosten aufkommt.

Ähnliche Volksfeste bislang bundesweit abgesagt

Im Vorjahr hatten rund 4,4 Millionen Gäste den Freimarkt besucht. Mehr als 300 Aussteller hatten ihre Stände und Fahrgeschäfte auf der Bremer Bürgerweide aufgestellt.

Fände der Freimarkt statt, wäre Bremen Vorreiter. Denn bundesweit sind bislang die meisten Volksfeste in einer ähnlichen Größe wie der Freimarkt abgesagt worden. Dazu zählen beispielsweise das Münchner Oktoberfest und der Cannstatter Wasen in Stuttgart.

Der Dom, der in Hamburg eigentlich dreimal im Jahr stattfindet, ist ebenfalls im Frühling und Sommer ausgefallen. Die Schausteller hoffen dort jetzt auf den Winterdom, der am 6. November starten soll. Der Hamburger Senat hat allerdings ebenfalls an diesem Dienstag die entsprechenden Weichen gestellt.

Schausteller legen mögliches Hygiene-Konzept für Freimarkt vor

Video vom 7. September 2020
Eine Aufnahme des Bremer Freimarktes. Im Hintergrund sind eine Achterbahn und ein Riesenrad zu sehen.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. September 2020, 19:30 Uhr