Verleiher Lime verschiebt E-Scooter-Start in Bremen

  • US-Unternehmen hält vereinbarte Zahl von 500 E-Scootern für zu gering
  • Roller von Lime kommt in Bremen nicht vor Frühjahr 2020
  • Auch das Thema Mindestlohn könnte eine Rolle gespielt haben
Drei E-Scooter des Anbieters Lime
E-Scooter des US-Unternehmens Lime. Bild: DPA | Edith Geuppert

Lime wollte eigentlich noch in diesem Jahr hunderte Leih-E-Scooter auf Bremens Straßen bringen. Das US-Unternehmen hat den Start nun jedoch zunächst abgesagt. In einem Brief teilte der Anbieter seine Entscheidung dem Bremer Verkehrsressort am Mittwoch schriftlich mit. In Bremen werde Lime demnach nicht vor dem Frühjahr 2020 an den Start gehen. Stattdessen würde der Start in zwei süddeutschen Städten vorangetrieben.

In dem Brief kritisiert Lime, dass die Stadt die Anzahl der E-Scooter pro Anbieter auf 500 Stück deckeln wolle. Dies reiche nicht aus, um das gesamte Stadtgebiet abzudecken. Das Bremer Verkehrsressort teilt hingegen mit, dass in den bisherigen Gesprächen mit Lime nie die Rede vom gesamten Stadtgebiet gewesen sei. "Es ist daher etwas irritierend, dass Lime jetzt hingeht und sagt, es bräuchte eigentlich mehr als 500 Roller", sagt Ressortsprecher Jens Tittmann gegenüber butenunbinnen.de.

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Die Zahl der bislang genehmigten E-Scooter entspricht ungefähr der Zahl der Leihfahrräder, die der Bremer Anbieter WK-Bike unterhält. "Wir wollen erst einmal schauen, ob es funktioniert", sagt Tittmann. Dann könne man auch sehen, ob es klappt und die Anzahl auch nochmal erhöhen. "Die Stadt heißt Lime weiterhin willkommen."

Diskussion um Mindestlöhne

Darüber hinaus erwägt der Senat allerdings noch weitere Regulierungen. So wird auf eine Initiative der SPD hin geprüft, ob auch Arbeitsschutz und Mindestlöhne bei Anbietern von E-Scootern in Bremen reguliert werden sollen. Die Diskussion war unter anderem durch Berichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes über eine mutmaßliche Missachtung eben dieser arbeitsrechtlichen Fragen in anderen Städten angefacht worden.

Nicht zuletzt könnte auch die Ankündigung des Verkehrsressorts, dass ein weiterer E-Scooter-Anbieter in Bremen an den Start gehen will, zu einem Umdenken bei Lime geführt haben. Demnach will das schwedische Unternehmen Voi ebenfalls 500 E-Roller in der Bremer Innenstadt aufstellen. Zurzeit prüft die Verkehrsbehörde, ob das Unternehmen alle Vorgaben einhält.

Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 10. Oktober 2019, 23:30 Uhr