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Bremen führt Gespräche mit 8 Verleihern von E-Rollern

  • Ab Mitte Juni sind E-Roller auf deutschen Straßen zugelassen
  • Unternehmen wollen E-Sooter in Bremen verleihen
  • Verkehrsbehörde will Flutung der Stadt verhindern
Elektroroller stehen in einer Reihe
Werden E-Roller künftig – ähnlich wie Fahrräder – an Stationen in ganz Bremen verliehen? Bild: DPA | Hans Klaus Techt

Ab Mitte Juni dürfen E-Roller auf Bremens Straßen fahren. Mitte Mai hatte der Bundesrat den Weg für die Zulassung von Elektro-Tretrollern freigemacht. So wird die Hansestadt – ebenso wie andere deutsche Städte auch – interessant für Unternehmen, die E-Scooter verleihen wollen. Die Verkehrsbehörde führt bereits Gespräche mit solchen Unternehmen. Das bestätigte der Sprecher der Behörde, Jens Tittmann, buten un binnen auf Nachfrage.

Laut Tittmann, gibt es acht Unternehmen, die Interesse daran haben, in Bremen E-Roller zu vermieten. "Mit einem Unternehmen haben wir bereits gesprochen", sagt er. Welches das ist und welche anderen Anbieter in den Startlöchern stehen, will Tittmann nicht sagen – wegen des Datenschutzes. In den nächsten Tagen würden aber weitere Gespräche folgen.

Wir wollen, dass das vernünftig läuft und wollen keine Verhältnisse wie in Paris oder Madrid.

Jens Tittmann, Sprecher des Umweltressorts, im Interview.
Jens Tittmann, Sprecher der Bremer Verkehrsbehörde

Die Verkehrsbehörde will Tittmann zufolge verhindern, dass die Stadt, wie etwa Paris oder Madrid, mit Leih-Rollern geflutet wird. "Deswegen vergeben wir Genehmigungen für Verleiher und die werden zunächst auf ein Jahr befristet sein." Außerdem wolle man für jeden Leihroller eine Gebühr erheben. Auf diese Weise will das Verkehrsressort den Markt regulieren.

Bei den Unternehmen kommt das nicht unbedingt gut. Das schwedische Unternehmen VOI – nach eigenen Angaben der größte E-Roller-Verleiher Europas – sieht die Bremer Vorgehensweise jedenfalls kritisch.

Es gibt andere Städte, die sind innovativer und offener gegenüber der E-Mobilität als Bremen.

Claus Unterkircher, Sprecher VOI

Laut des Sprechers von VOI, Claus Unterkircher, führt das Unternehmen Gespräche mit Bremen. Es liege letztlich aber an der Politik, ob sie die E-Roller fördern wolle, oder nicht. Andere Städte wie zum Beispiel Lübeck seien da schon weiter – mit der Stadt an der Ostsee sei das Unternehmen eine Partnerschaft eingegangen. VOI will laut Unterkircher auch der größte Verleiher von E-Rollern in Deutschland werden.

Nachdem das Bundesverkehrsministerium Anfang April kurzfristig ankündigte, E-Roller zulassen zu wollen, hatte der Bremer Verkehrssenator darauf gedrängt, dass Gehwege und Fußgängerzonen nicht für die Roller freigegeben werden. So musste die Verordnung erst noch durch den Bundesrat, der sich Mitte Mai den Bremer Forderungen anschloss und schließlich grünes Licht gab.

E-Scooter erhalten Straßenzulassung

Eine Frau fährt mit einem e-Scooter durch die Stadt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. Juni 2019, 23:30 Uhr