IG Metall erteilt Lockerung des Flächentarifvertrags eine Absage

  • Gesamtmetall-Verband will den Flächentarifvertrag lockern
  • Die Idee: Betriebe wählen nur einzelne "Bausteine" des Vertrages
  • IG Metall Küste erteilt dem eine klare Absage
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Die Gewerkschaft IG Metall ist gegen eine Aufweichung des Tarifvertrags. Bild: Imago | xcdnx

Zur Zeit werden 110.000 Beschäftigte in 250 norddeutschen Metallbetrieben nach Flächentarif bezahlt. Aber wie lange noch? Geht es nach den Arbeitgebern der Branche, sollte sich das ändern. Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger forderte am Montag in einem Interview einen Umbruch und heizte die Diskussion über die Tarifpolitik für die Branche damit neu an. Der Tarifvertrag der Zukunft müsse sich den immer individuelleren Arbeitsverhältnissen anpassen. Unterstützt wird er dabei vom Arbeitgeber-Präsidenten, dem Bremerhavener Unternehmer Ingo Kramer, der sich ähnlich äußerte. Die IG Metall Küste weist diese Forderungen klar zurück. Es gebe keinen Grund, den Vertrag grundsätzlich in Frage zu stellen.

Zwar bekennen sich die Arbeitgeber von Nordmetall nach den Worten ihres Bremer Sprechers Cornelius Neumann-Redlin zu dem gültigen Flächentarifvertrag. Der Arbeitgeber-Vertreter sagt aber auch: Man müsse den Vertrag attraktiver machen, gemeinsam mit den Gewerkschaften. Nach seinen Angaben gibt es Überlegungen einzelner Bremer Betriebe, den Tarifvertrag zu verlassen.

Noch können wir den Wandel selbst gestalten.

Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident Gesamtmetall

Die Arbeitgeber schlagen auch deswegen eine flexible Tarifbindung vor, bei der Betriebe anstelle des ganzen Flächentarifs nur einzelne "Bausteine" wählen könnten. Dem erteilt die IG Metall Küste eine Absage: Betriebliche Regelungen ohne Beteiligung der Tarifvertragsparteien – das sei mit der Gewerkschaft nicht zu machen, sagt Bezirksleiter Meinhard Geiken.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 20. November 2018, 16 Uhr