Mäurer warnt DFL davor, Polizeikosten auf Werder abzuwälzen

  • Mäurer hält es rechtlich nicht für zwingend, dass Werder alle Kosten zahlen muss
  • Innensenator will bundesweit einheitliche Lösung für Hochrisikospiele
  • Bundesverwaltungsgericht hatte Bremen im Polizeikostenstreit Recht gegeben
Die Polizei bei einem Einsatz.

Nach dem Bremer Grundsatzerfolg vor dem Bundesverwaltungsgericht hat Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die Deutsche Fußball Liga (DFL) gewarnt, rechtmäßige Kostenbescheide für Polizeieinsätze auf Werder Bremen abzuwälzen. Die Auffassung der DFL, dass der Erstliga-Verein Werder Bremen alleine die Rechnungen zahlen müsse, habe keine Rechtsgrundlage. "Das ist schiere Willkür", sagte Mäurer am Dienstag vor Journalisten in Bremen. Der DFL obliegt die Organisation und Vermarktung des deutschen Profi-Fußballs.

Werder muss sich vor der DFL nicht in Demut in den Sand werfen.

Ulrich Mäurer, Bremer Innensenator

Werder geht bisher offenbar davon aus, die Kosten komplett von der DFL übernehmen zu müssen. Präsident Hubertus Hess-Grunewald hatte sogar gewarnt, so gerate eine Verlängerung mit Topspieler Max Kruse in Gefahr. Dem hatte Sportchef Frank Baumann heute widersprochen. Innensenator Mäurer sagt, es gäbe tausend Gründe für Werder sich gegen die Übernahme der Kosten zu wehren.

Mäurer mahnte zugleich eine bundeseinheitliche Regelung an, um nach dem Grundsatzurteil einen "Flickenteppich" unterschiedlicher Regelungen in Deutschland zu vermeiden. Sinnvoll sei eine Fonds- beziehungsweise Kollektivlösung. Das Thema solle auch auf der Innenministerkonferenz im Juni behandelt werden.

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig dürfen bei Hochrisikospielen die Veranstalter an polizeilichen Mehrkosten beteiligt werden. Allein in Bremen sind seit August 2015 2,3 Millionen Euro aufgelaufen. Mit dem Geld will Mäurer einen Teil der Überstunden der Polizisten bezahlen.

Was bedeutet das Urteil im Polizeikosten-Streit?

Eine Polizeisprerrung am Hauptbahnhof gegen Fußballfans.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Abend, 2. April 2019, 17 Uhr