Fragen & Antworten

Coronavirus: Warum ein Mundschutz nichts nützt

Wie kann ich mich schützen? Bei welchen Symptomen sollte ich einen Arzt kontaktieren? Zwei Experten haben die Antworten der Nutzer von buten un binnen beantwortet.

Video vom 2. März 2020
Kaarina Hauer und Martin Götz

Nutzer von buten un binnen hatten die Möglichkeit, uns ihre Fragen per Facebook, Youtube oder ein Kontaktformular zu senden. Wir haben die wichtigsten Fragen zwei Experten gestellt. Dies sind die Antworten.

Christoffer Möller, Facebook: Gibt es weiterhin nur einen Fall oder haben sich schon mehr Bremer angesteckt?
Nein. Bisher gibt es nur einen bestätigten Fall. Bestätigt heißt, dass das Labor das Coronavirus, das vermutet wurde, auch nachweisen kann. Es gibt eine Reihe von Personen, bei denen man das abklären muss. Die haben sich in den Krankenhausambulanzen oder bei den niedergelassenen Ärzten gemeldet. Da muss man dann schauen, welche Risikokonstellation vorliegt. Und dann wird so jemand getestet. Das würde man als Verdachtsfall oder als abzuklärenden Fall bezeichnen.
Yassin Jentsch aus Bremen, butenunbinnen.de: Stimmt das Gerücht, dass die Schule in Bremen bald ausfällt?
Ich glaube, dass sich da einige drüber freuen würden von den Schülerinnen und Schülern. Aber ich glaube, dem können wir leider nicht entsprechen. Außerdem würden wir das gar nicht allein entscheiden, sondern das entscheidet natürlich die Bildungssenatorin zusammen mit dem Senat. Das können wir nicht mal eben schnell machen. Es sei denn, es ist eine akute Gefahr im Vollzug. Aber die Schule fällt definitiv nicht aus.
Martin Götz, Leiter des Referats für Infektionsschutz der Bremer Gesundheitsbehörde
Martin Götz, Leiter des Referats für Infektionsschutz der Bremer Gesundheitsbehörde
Kerstin Bollhorst aus Bremen, butenunbinnen.de: Wird überlegt, die Bremer Spieltage nächstes Wochenende abzusagen?
Nein, im Moment sind wir nicht noch so weit, dass wir uns das ernsthaft überlegen. Das würde davon abhängen, ob es deutlich mehr Fälle gibt. Großveranstaltungen sind natürlich Thema in Bund und Ländern. Und das Robert-Koch-Institut hat uns eine Liste übermittelt, anhand der wir in den Ländern so etwas einschätzen. Es gibt natürlich viele Anfragen von Großveranstaltern, ob es nun die Osterwiese ist oder Werder Bremen. Im Moment sind wir noch überhaupt nicht so weit, dass wir das empfehlen würden. Ich sage aber auch immer gerne: Von einem Tag auf den anderen kann sich das Problem verschärfen, sodass wir uns vielleicht in drei, vier Tagen oder in einer Woche ganz anders unterhalten müssen. Aber im Moment gibt es dafür keine Veranlassung.
Andreas Recke aus Bremen, butenunbinnen.de: Wie glaubhaft ist die Aussage, Bremen sei gewappnet?
Naja, gewappnet heißt zunächst einmal zu wissen, um was es geht. Und alle wissen, was sie zu tun haben, wenn ein Patient zur Abklärung kommt. Denn nicht jeder China-Reisende oder Italien-Reisende ist ja schon ein Verdachtsfall. Das heißt auch, dass wir diese Menschen identifizieren, registrieren und unter Umständen auch isolieren. Und das ist mit Wappnung gemeint – auch, wenn es mehr werden. Krankenhäuser und Arztpraxen und Gesundheitsämter sind entsprechend aufgestellt. Wenn man jetzt als Fernsehzuschauer die ganzen Bilder aus China, die niemand nachkontrollieren kann, auf sich wirken lässt, diese Bilder von Toten und schreienden Menschen an einem Krankenhaustresen, das erzeugt natürlich ein Kopfkino. Diese Gedanken laufen automatisch und führen zu Besorgnis. Deshalb versuchen wir uns in Versachlichung. Und deshalb sagen wir, wir sind gewappnet. Wenn wir allerdings Millionen von Infizierten hätten, dann hätten wir auch in Bremen ein Problem.
Kaarina Hauer, Rechtsexpertin der Bremer Arbeitnehmerkammer
Kaarina Hauer, Rechtsexpertin der Bremer Arbeitnehmerkammer.
Lena Wisniewski aus Bremen, butenunbinnen.de: Kann ein Arbeitnehmer ab einem bestimmten Zeitpunkt, wie etwa mehrere Corona-Fälle in der Stadt, entscheiden, dass er zu Hause bleibt?
Ich kann natürlich verstehen, dass man eine gewisse Angst hat. Aber aufgrund einer Angst oder einer Verunsicherung dürfen Sie nicht zu Hause bleiben. Da muss schon ein echtes Krankheitsanzeichen da sein. Da müssen sie sich krankmelden. Wegen der potenziellen Gefahr, sich anzustecken, dürfen Sie nicht zu Hause bleiben.
Ansgar Hammelrath aus Bremen, butenunbinnen.de: Hat man dann Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn man unter Quarantäne steht?
Wenn sie krank sind, zahlt der Arbeitgeber Lohnfortzahlung. Und wenn Sie in Quarantäne sind, dann zahlt auch der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung. Dass ist dann eine Entschädigungsleistung. Die kann sich der Arbeitgeber dann allerdings von der Behörde zurückholen.
Kathrinlili, Instagram: Hilft Desinfektionsmittel?
Ja. Man kann aber auch einfach sehr intensiv die Hände mit Seife waschen. Wovon wir total abraten ist, dass man sich einen Mundschutz umbindet, wenn man auf die Straße geht. Das sieht plakativ aus, nützt nichts und sendet das falsche Signal. Dass das Virus über tote Flächen übertragen wird, also Türklinken oder Wassergläser, ist extrem unwahrscheinlich.

Wie Sie sich und andere vor Infektionen schützen

Video vom 27. Februar 2020
Teaserbild zur einem Video, in dem erklärt wird, wie man sich vor Viren schützen kann.

Live-Stream mit allen Fragen und Antworten

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. März 2020, 19:30 Uhr