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Coronahilfen: Diese Förderinstrumente für die Wirtschaft gibt es

Egal ob mittelständisches Unternehmen oder Solo-Selbstständiger: Die Coronakrise trifft viele Wirtschaftsbranchen. Es gibt Hilfen – doch wer darf was beantragen? Ein Überblick.

Grafische Navigation Förderhilfen für Unternehmen während Corona Kleine und mittlere Unternehmen, mehr als 10 Beschäftigte Große Unternehmen Solo-Selbstständigeund Freiberufler Kleine Unternehmen, bis 10 Beschäftigte und Freiberufler Start-ups
Klicken Sie auf die einzelnen Unternehmensformen, um zur Übersicht der Fördermitteln zu kommen. Bild: Radio Bremen

1 Start-ups

Start-ups dürfen alle Unterstützungen des Corona-Hilfspakets nutzen – aber es gibt auch ein zusätzlich geschnürtes Unterstützungspaket für sie. Das basiert auf zwei Säulen:

Hilfe für Start-ups

  • KfW Capital und Europäischer Investitionsfonds stellen privaten Wagniskapitalfonds zusätzliche öffentliche Mittel über die neue Corona Matching Fazilität (CMF) zur Verfügung, damit Investoren auch während der Corona-Pandemie Start-ups finanzieren.
  • Für Start-ups und kleine Mittelständler, die keinen Zugang über die CMF haben, werden zusätzliche öffentliche Mittel über Landesförderinstitute (LFI) zur Verfügung gestellt.

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2 Große Unternehmen

Ein Großunternehmen hat viele Möglichkeiten in der Corona-Krise Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nach den gängigsten Definitionen zeichnet sich ein Großunternehmen dadurch aus, dass es einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro macht. Hier ein Überblick über die möglichen Unterstützungen:

Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Der Wirtschafsstabilisierungsfonds umfasst:

  • 400 Milliarden Euro für Garantien des Bundes
  • 100 Milliarden Euro für Rekapitalisierungen
  • 100 Milliarden Euro für Refinanzierung des ebenfalls zur Krisenbewältigung eingesetzten KfW- Sonderprogramms 2020
  • Ist befristet bis 31. Dezember 2020

KfW-Schnellkredit

  • Kreditvolumen max. 800.000 Euro
  • 100 Prozent Haftungsfreistellung
  • Einheitlicher Zinssatz, der sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes orientiert und am Tag der Zusage festgesetzt wird (Zinssatz derzeit 3 Prozent)
  • Ist befristet bis 31. Dezember 2020

KfW-Sonderprogramm

In dem Sonderprogramm gibt es Extrakonditionen, wie niedrigere Zinssätze, vereinfachte Risikoprüfung und höhere Haftungsfreistellung (bis zu 90 Prozent). Auch dieses Programm ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Warenkreditversicherungen und Exportkreditgarantien

Der Bund übernimmt für das Jahr 2020 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Warenkreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro. Außerdem sichert der Bund Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate) auch innerhalb der Europäischen Union und in bestimmten OECD Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien ab.

Bürgschaften

Die Bürgschaften decken bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos ab, mindestens 10 Prozent Eigenobligo übernimmt die jeweilige Hausbank.

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld wird in drei Stufen bis zu 87 Prozent des Nettolohns ab dem siebten Bezugsmonat ausgezahlt. Kinder werden berücksichtigt. Die Bundesagentur für Arbeit erstattet die Sozialversicherungsbeiträge vollständig. Das Kurzarbeitergeld kann noch bis zum 31. Dezember 2021 fortgeführt werden.

Steuerliche Maßnahmen

Um Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Pandemie zu unterstützen, gibt es vielfältige steuerliche Hilfen. Ab dem 1. Juli gilt unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer. Der reguläre Satz sinkt von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte von sieben auf fünf. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist befristet bis zum 31. Dezember 2020. Weitere Maßnahmen sind die Erstattung von Steuervorauszahlungen, die Anpassung von Steuervorauszahlungen, die Stundungen von Steuerzahlungen und die Steuerfreistellung von Aufstockungen des Kurzarbeitergeldes. Außerdem werden Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt und der steuerliche Verlustrücktrag für 2020 und 2021 auf fünf beziehungsweise zehn Millionen Euro erweitert.

Überbrückungshilfe

Den Unternehmen werden nicht-rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt. Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden.

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3 Kleine und mittlere Unternehmen, mehr als 10 Beschäftigte

Diese Möglichkeiten haben kleine und mittlere Unternehmen, um Hilfe für die Corona-Krise zu beantragen:

KfW-Schnellkredit

  • Kreditvolumen max. 800.000 Euro
  • 100 Prozent Haftungsfreistellung
  • Einheitlicher Zinssatz, der sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes orientiert und am Tag der Zusage festgesetzt wird (Zinssatz derzeit 3 Prozent)
  • Ist befristet bis 31. Dezember 2020

KfW-Sonderprogramm

In dem Sonderprogramm gibt es Extrakonditionen, wie niedrigere Zinssätze, vereinfachte Risikoprüfung und höhere Haftungsfreistellung (bis zu 90 Prozent). Auch dieses Programm ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Warenkreditversicherungen und Exportkreditgarantien

Der Bund übernimmt für das Jahr 2020 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Warenkreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro. Außerdem sichert der Bund Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate) auch innerhalb der Europäischen Union und in bestimmten OECD Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien ab.

Bürgschaften

Die Bürgschaften decken bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos ab, mindestens 10 Prozent Eigenobligo übernimmt die jeweilige Hausbank.

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld wird in drei Stufen bis zu 87 Prozent des Nettolohns ab dem siebten Bezugsmonat ausgezahlt. Kinder werden berücksichtigt. Die Bundesagentur für Arbeit erstattet die Sozialversicherungsbeiträge vollständig. Das Kurzarbeitergeld kann noch bis zum 31. Dezember 2021 fortgeführt werden.

Steuerliche Maßnahmen

Um Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Pandemie zu unterstützen, gibt es vielfältige steuerliche Hilfen. Ab dem 1. Juli gilt unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer. Der reguläre Satz sinkt von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte von sieben auf fünf. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist befristet bis zum 31. Dezember 2020. Weitere Maßnahmen sind die Erstattung von Steuervorauszahlungen, die Anpassung von Steuervorauszahlungen, die Stundungen von Steuerzahlungen und die Steuerfreistellung von Aufstockungen des Kurzarbeitergeldes. Außerdem werden Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt und der steuerliche Verlustrücktrag für 2020 und 2021 auf fünf beziehungsweise zehn Millionen Euro erweitert.

Überbrückungshilfe

Den Unternehmen werden nicht-rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt. Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden.

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4 Kleinere Unternehmen bis 10 Beschäftigte und Freiberufler

Diese sechs Unterstützungspakete sollen kleinen Unternehmen helfen, durch die Coronakrise zu kommen:

KfW-Sonderprogramm

In dem Sonderprogramm gibt es Extrakonditionen, wie niedrigere Zinssätze, vereinfachte Risikoprüfung und höhere Haftungsfreistellung (bis zu 90 Prozent). Auch dieses Programm ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Warenkreditversicherungen und Exportkreditgarantien

Der Bund übernimmt für das Jahr 2020 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Warenkreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro. Außerdem sichert der Bund Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate) auch innerhalb der Europäischen Union und in bestimmten OECD Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien ab.

Bürgschaften

Die Bürgschaften decken bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos ab, mindestens 10 Prozent Eigenobligo übernimmt die jeweilige Hausbank.

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld wird in drei Stufen bis zu 87 Prozent des Nettolohns ab dem siebten Bezugsmonat ausgezahlt. Kinder werden berücksichtigt. Die Bundesagentur für Arbeit erstattet die Sozialversicherungsbeiträge vollständig. Das Kurzarbeitergeld kann noch bis zum 31. Dezember 2021 fortgeführt werden.

Steuerliche Maßnahmen

Um Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Pandemie zu unterstützen, gibt es vielfältige steuerliche Hilfen. Ab dem 1. Juli gilt unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer. Der reguläre Satz sinkt von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte von sieben auf fünf. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist befristet bis zum 31. Dezember 2020. Weitere Maßnahmen sind die Erstattung von Steuervorauszahlungen, die Anpassung von Steuervorauszahlungen, die Stundungen von Steuerzahlungen und die Steuerfreistellung von Aufstockungen des Kurzarbeitergeldes. Außerdem werden Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt und der steuerliche Verlustrücktrag für 2020 und 2021 auf fünf beziehungsweise zehn Millionen Euro erweitert.

Überbrückungshilfe

Den Unternehmen werden nicht-rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt. Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden.

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5 Solo-Selbstständige und Freiberufler

Gerade Solo-Selbstständige und Freiberufler leiden unter der Coronakrise. Auch für sie gibt es Hilfsangebote – wenn auch nicht so viele wie für Unternehmen.

Steuerliche Maßnahmen

Um Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Pandemie zu unterstützen, gibt es vielfältige steuerliche Hilfen. Ab dem 1. Juli gilt unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer. Der reguläre Satz sinkt von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte von sieben auf fünf. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist befristet bis zum 31. Dezember 2020. Weitere Maßnahmen sind die Erstattung von Steuervorauszahlungen, die Anpassung von Steuervorauszahlungen, die Stundungen von Steuerzahlungen und die Steuerfreistellung von Aufstockungen des Kurzarbeitergeldes. Außerdem werden Vollstreckungsmaßnahmen ausgesetzt und der steuerliche Verlustrücktrag für 2020 und 2021 auf fünf beziehungsweise zehn Millionen Euro erweitert.

Überbrückungshilfe

Den Unternehmen werden nicht-rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt. Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden.

"Novemberhilfe" und "Neustarthilfe"

Vom Corona-Lockdown im November betroffene Soloselbstständige können zudem finanzielle Hilfen für Lebenshaltungskosten beantragen. Dieser fiktive Unternehmerlohn kann bis zu 75 Prozent ihres durchschnittlichen Monatseinkommens von 2019 umfassen. Mit der "Neustarthilfe für Soloselbstständige" für Januar bis Juni 2021 soll zusätzlich ein Gesamtbetrag von bis zu 5.000 Euro ermöglicht werden. Dieser "unbürokratische und schnelle Zuschuss" muss laut Bundeswirtschaftsministerium nicht zurückgezahlt werden. Anträge können voraussichtlich ab Ende November gestellt werden.

Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung

Wenn jemand aufgrund der Coronakrise seine Selbstständigkeit nicht aufrecht erhalten kann, dann gibt es für ihn als Arbeitssuchenden einen erleichterten Zugang zur Grundsicherung. Alle Personen, die zu wenige oder keine eigenen Mittel zur Sicherung ihres Lebensunterhalts zur Verfügung haben, können einen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende haben – unabhängig ihrer Beschäftigungsform. Auch diese Maßnahme ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.

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Autorin

  • Lina Brunnée Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Oktober 2020, 19:30 Uhr