Bremens Wirtschaftssenatorin geht auf Distanz zu Corona-Maßnahmen

Kristina Vogt erklärte buten un binnen, sie könne die Schließung der Gastronomie schwer nachvollziehen. Sie warnt vor einer Bugwelle an Insolvenzen.

Video vom 29. Oktober 2020
Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt.
Bild: DPA | Gregor Fischer
Bild: DPA | Gregor Fischer

Ab Montag werden alle gastronomischen Betriebe in Deutschland schließen müssen. Allenfalls Produkte zum Mitnehmen dürfen dann noch angeboten werden. Es ist eine von mehreren Maßnahmen, die die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am Mittwoch auf einer Videokonferenz beschlossen haben. Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) macht keinen Hehl daraus, dass sie von der Schließung der Gastronomie wenig hält. Sie halte das für einen "schwierigen Beschluss".

Ich verfolge ja sehr aufmerksam die Statistiken des RKI und mir ist nicht bekannt, dass die Restaurants zum Beispiel ein Ansteckungspotenzial gewährleisten. Sonst hätten wir ja auch nicht die ganzen Hygienemaßnahmen mit der Dehoga und der NGG abgesprochen.

Kristina Vogt (Linke), Wirtschaftssenatorin

Als Arbeits- und Wirtschaftssenatorin hadert sie mit dem Beschluss der Länderchefs und der Kanzlerin. Schließlich würden die Abstände meist eingehalten, die Kontaktverfolgung gewährleistet. Außerdem befürchtet sie die Auswirkungen, die eine Schließung der Gastronomie nach sich ziehen wird – spätestens wenn die Anzeige zur Insolvenzpflicht wieder in Kraft tritt. Man schiebe nun eine riesige Bugwelle vor sich her, so Vogt.

Ich möchte tatsächlich, dass das mehr Beachtung findet in den politischen Entscheidungen.

Kristina Vogt (Linke), Wirtschaftssenatorin

Zwar sollen die Betriebe 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen. Doch auch in diesem Punkt äußert Vogt Kritik an dem Beschluss, weil es keine klare Regelung gegeben habe. So hätte man eine Zweckbindung festlegen sollen, die eine Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter regelt.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über verschärfte Maßnahmen

Video vom 28. Oktober 2020
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Oktober 2020, 19:30 Uhr