Nur 15 Prozent der Schüler in Bremen gehen im Lockdown zur Schule

  • Die meisten Schüler bleiben am ersten Lockdown-Tag zuhause
  • Bremen bietet Schülern nach den Ferien freiwillige Tests an
  • Behörde plant aktuell keinen generellen Wechsel-Unterricht nach den Ferien
Schülerinnen und Schüler nehmen mit Mund- und Nasenschutz am Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering teil. |
Solange Bremen in der 7-Tage-Inzidenz unter 200 liegt, sollen Schüler in Bremen möglichst in den Schulen unterrichtet werden. Bild: DPA | Matthias Balk

Am ersten Tag des Lockdowns sind nur rund 15 Prozent der Bremer Schüler zur Schule gegangen. Das sagte die Sprecherin des Bildungsressorts, Annette Kemp, buten un binnen. Die Schüler seien in den verschiedenen Schulformen offenbar "ziemlich gleich verteilt", so Kemp. Auch der Distanzunterricht werde gut angenommen – "noch nicht überall digital per itslearning, aber vielfach", so Kemp. Zudem seien die Konferenzsoftware Zoom und Telefone im Einsatz.

Damit nach den Ferien möglichst keine Corona-Infektionen in die Schulen getragen werden, bietet die Bildungsbehörde allen Schülern, Lehrern und sonstigen Schulangehörigen im neuen Jahr freiwillige Corona-Tests an. Bei der Frage, warum die Schüler nicht vor den Ferien schon getestet werden, sieht Kemp ihr Ressort nicht zuständig und verweist auf die Bremer Gesundheitsbehörde. "Wir wuppen diese – auch für uns – gigantische Aufgabe, damit Kinder Jugendliche und Beschäftigte sicherer in Schulen gehen können und wir einen Eindruck über die Infektionslage angesichts des Schulbeginns haben", sagte Kemp.

Aber auch das Gesundheitsressort fühlt sich für allgemeine Tests von Schülern vor Weihnachten nicht zuständig: "Eine Urlaubsplanung liegt weiterhin im privaten Bereich", sagte Sprecher Lukas Fuhrmann. "Es gibt Möglichkeiten, sich privat testen zu lassen. Diese kann jeder wahrnehmen."

Genereller Wechsel-Unterricht ab einer Inzidenz von 200

Am Montag hatte der Bremer Senat eine neue Hotspot-Strategie für Schulen beschlossen. Demnach sollen die Schulen ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ab der 8. Klasse in den Wechselunterricht mit Halbgruppen gehen. Darüber hinaus habe der Senat "Kriterien für das schulscharfe Vorgehen, wie es bisher auch schon verfolgt wurde", beschlossen. Abhängig von der jeweiligen Situation an den Schulen, ist es auch jetzt schon möglich, in Hybridunterricht oder das Distanzlernen zu wechseln. In Bremen wurden laut Senatsvorlage bisher an 16 Schulen entsprechende Maßnahmen genehmigt. Darüber hinaus müssten die Ergebnisse der Bund-Länder-Runde am 5. Januar abgewartet werden, so Kemp weiter. Für den 6. Januar kündigte sie eine Info für die Schulen an.

Niedersachsen will nach den Ferien nicht so weiter machen wie bisher: Im Januar sollen die Jahrgänge 5 bis 12 in geteilten Klassen unterrichtet werden, die sich abwechseln. Für angehende Abiturienten der 13. Klasse bleibt es beim Präsenzunterricht, allerdings mit einer Maskenpflicht auch im Unterricht. Die Grundschulen bleiben ebenfalls im Präsenzbetrieb, ebenfalls mit einer Maskenpflicht für alle Kinder im Unterricht. Bei Infektionsfällen wechseln auch die Grundschulen in den Wechselunterricht.

So sollen Schüler und Eltern in Bremen den Lockdown meistern

Video vom 15. Dezember 2020
Ein Schulkind mit einem Tablet.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Dezember 2020, 19:30 Uhr