Infografik

40 Prozent der aktiven Bremer Corona-Fälle stammen aus Pflegeheimen

Die Impfungen in Pflegeheimen in der Stadt Bremen sind weitgehend abgeschlossen. Dort sinken die Fallzahlen aber noch nicht so deutlich wie im Rest der Bevölkerung.

Eine Altenpflegerin in Schutzkleidung führt in einem Seniorenheim einen Antigen-Corona-Schnelltest durch. (Symbolbild)
Die Impfungen in Bremer Alten- und Pflegeheimen sind fast abgeschlossen. Noch immer aber ist der Anteil der Corona-Fälle in den Heimen hoch. Bild: DPA | Sebastian Gollnow

Gut 40 Prozent der aktuellen Corona-Fälle in der Stadt Bremen lassen sich auf stationäre Pflegeeinrichtungen zurückführen. Das geht aus Zahlen des Gesundheitsressorts hervor. Demnach waren am Dienstag in Bremen 154 Corona-Infektionen in Pflegeheimen bekannt: 108 unter Bewohnern und 46 unter Beschäftigten – bei 379 registrierten aktiven Infektionen in der Stadt insgesamt.

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Der Anteil der Corona-Fälle aus den Pflegeheimen an den aktiven Fällen ist seit Jahresbeginn deutlich angestiegen: Von rund 20 Prozent Anfang Januar auf gut 40 Prozent Anfang März. Der Höchstwert lag am 16. Februar bei 43,61 Prozent. Der hohe Anteil ist allerdings nicht unbedingt ein negatives Zeichen: "Es ist auf jeden Fall positiv zu bewerten, dass wir zu vielen Fällen den Ansteckungsort kennen und dadurch viele Fälle klaren Clustern zuordnen können. Dadurch gibt es weniger Fälle der sogenannten community transmission, sprich der unkontrollierten Infektion innerhalb der Bremer Gesellschaft", sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts.

Die jeweils dienstags veröffentlichten Zahlen für die Pflegeheime schwanken zwar deutlich, aber seit Anfang des Jahres ist eine leicht rückläufige Tendenz zu beobachten. Jedoch sinken die Fallzahlen in Pflegeheimen nicht so deutlich, wie im Rest der Bevölkerung.

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Gleichzeitig lässt eine drastische Entspannung der Situation in den Pflegeheimen durch die Corona-Impfungen noch immer auf sich warten. "Wir haben inzwischen in nahezu allen Altenpflegeeinrichtungen Erst- und Zweitimpfungen angeboten und auch durchgeführt. Gerade bei hochbetagten Personen benötigt das Immunsystem jedoch auch längere Zeit für eine Antwort auf die Impfung", sagt Lukas Fuhrmann. Mit einem deutlichen Effekt der Impfungen sei dementsprechend erst nach und nach in den kommenden Wochen zu rechnen.

Wir haben inzwischen aber erste Erkenntnisse dazu, dass die geimpften Personen in vielen Fällen keine bis nur leichte Symptome entwickeln. Das ist vorsichtig aber durchaus als ein Impferfolg zu benennen.

Der Pressesprecher der Gesundheitssenatorin Lukas Fuhrmann im Interview.
Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts

Pflegeheime seien jedoch insgesamt sehr anfällig für Corona-Ausbrüche. "Der Kontakt der Bewohner und der Beschäftigten zueinander ist eng und soll es im normalen Alltag auch sein", sagt Fuhrmann. Außerdem werde in den Heimen viel getestet. "Wir können hier also tatsächlich viele Infektionen frühzeitig erkennen."

163 Corona-Tote in Pflegeheimen

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Stadt Bremen insgesamt 854 Bewohner von Pflegeheimen mit Corona infiziert, von denen insgesamt 163 Personen an oder mit Corona verstorben sind. Das sind gut 55 Prozent der 292 Todesfälle, die es in der Stadt Bremen seit Beginn der Pandemie gegeben hat. Darüber hinaus haben sich seit Pandemie-Beginn 567 Beschäftigte in Pflegeheimen mit dem Virus infiziert. Somit sind seit Pandemie-Beginn insgesamt 1.421 Infektionen Pflegeheimen zuzuordnen – das sind knapp 9 Prozent der gesamten 15.670 Infektionen in der Stadt Bremen. (Stand 2. März 2021)

Warum bleiben die Corona-Zahlen in Bremer Pflegeheimen so hoch?

Video vom 4. Februar 2021
Schild: Langzeitpflege - Positivfall COvid-19 - Betreten verboten!
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Jörn Hüttmann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. März 2021, 19:30 Uhr