Coronageschichten

Was sagt der Inzidenz-Wert aus und welche Folgen hat er für Bremen?

Die Stadtgemeinde Bremen hat den Inzidenz-Wert von durchschnittlich 35 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gerissen. Was bedeutet das für die Stadt?

Menschen, unscharf fotografiert, auf einer Party in Frankfurt am Main.
Die Regeln für private Feiern sollen dem Infektionsgeschehen entsprechend verschärft werden. Bild: DPA | Frank May
Woher kommen die Corona-Obergrenzen?
Die Corona-Grenzwerte sollen anzeigen, wie es um das Infektionsgeschehen steht. Ausschlaggebend ist dabei, wie viele Neuinfektionen es mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Die Grenzwerte wurden Anfang Mai eingeführt, als die Corona-Beschränkungen langsam wieder zurückgefahren wurden. Regionen, die die Grenze von 50 rissen, sollten ihre Maßnahmen wieder verschärfen. Genaue Vorgaben für die Verschärfungen gab es nicht. Die Höhe des Grenzwerts ist auch umstritten. So kritisiert beispielsweise der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes den von Bund und Ländern vereinbarten Infektionsgrenzwert von 50 für die Rücknahme von Lockerungen als viel zu hoch, da er zu einer Überlastung der Gesundheitsämter führe.
Was gilt im privaten Bereich, wenn der Grenzwert überschritten ist?
Anfang der Woche haben sich Bund und Länder in Bezug auf private Feiern auf eine Verschärfung geeinigt: Ab einem Inzidenz-Wert von 35 sollen private Feiern auf maximal 50 Personen begrenzt werden. Außerdem wird empfohlen, dass sich nur 25 Personen zugleich in einer Wohnung aufhalten sollen. Steigt der Inzidenz-Wert auf 50, sollen nur noch 25 Personen zu privaten Feiern kommen dürfen und sich maximal zehn Personen in derselben Wohnung aufhalten. Die Beschlüsse wurden inzwischen vom Bremer Senat in Landesrecht umgesetzt.

Tägliche Neuinfektionen im Land Bremen

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Welche Folgen hat die Obergrenze für Werder-Heimspiele mit Zuschauern?
Keine automatischen. Die Zulassung der Zuschauer ist eine Ausnahme von den allgemeinen Regeln. Und diese Ausnahmen werden im Einzelfall vom Gesundheitsamt erteilt. Allerdings taucht der Inzidenz-Wert von 35 auch in der Einigung von Bund und Ländern zur Rückkehr der Zuschauer in die Stadien auf. Dort heißt es in einer Leitlinie, dass eine Zulassung von Zuschauern in der Regel nicht erfolgt, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer als 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar sei. Dabei bedürfe es stets einer engen Abstimmung mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern. Für das Werder-Heimspiel am 3. Oktober zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld hat das Gesundheitsamt nach Überschreitung des Inzidenz-Werts von 35 beispielsweise entschieden, keine Zuschauer zuzulassen.
Betrifft die 35er-Marke auch Großveranstaltungen allgemein?
Nein. Bund und Länder haben sich nur für den Bereich von privaten Feiern geeinigt. Bei Großveranstaltungen gelte weiterhin die aktuelle Corona-Verordnung, sagt Gesundheitsressort-Sprecher Lukas Fuhrmann. Demnach sind in geschlossenen Räumen bis zu 250 und unter freiem Himmel bis zu 400 Besucher erlaubt. Allerdings nur, solange Abstände eingehalten werden können, ein Hygienekonzept vorliegt und die Kontaktverfolgung gewährleistet ist. Die Planungen für Werder-Spiele und den Freimarkt-Ersatz seien Ausnahmegenehmigungen, sagt Fuhrmann. Und diese könnten abhängig vom Infektionsverlauf widerrufen werden.

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Video vom 30. September 2020
Mehrere Personen auf dem schlossenen Freimarkt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. Oktober 2020, 19:30 Uhr