Lieferengpässe könnten Corona-Impfungen in Bremen verzögern

  • Pfizer kann zeitweise nicht so viel Impfstoff liefern wie zugesagt
  • Grund ist ein Umbau in einem Werk in Belgien
  • Nächste Lieferung am Montag soll noch planmäßig erfolgen
Video vom 15. Januar 2021
Eine Hand im blauen Ärztehandschuh hält eine Impfnadel.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Der Pharmakonzern Pfizer kann nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in den kommenden drei bis vier Wochen die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern.

Es sei "mehr als bedauerlich", dass Bremen Hals über Kopf informiert werde, dass die Liefermengen reduziert werden, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) buten un binnen. "Und wir haben noch überhaupt keinen Überblick um wie viel." Für die zweiten Impfungen in den Pflegeheimen habe Bremen genügend Impfstoff in der Reserve. Die sollen voraussichtlich bis Mitte Februar abgeschlossen sein. Allerdings könnten die Impfungen für die Über-90-Jährigen möglicherweise nicht so weiterlaufen, wie geplant.

Wir werden das nächste Woche nochmal einschätzen müssen. Wenn wir genau wissen, wie viel wir überhaupt noch kriegen. Das ist ja völlig offen.

Claudia Bernhard, Bremer Gesundheitssenatorin

Nächste Lieferung noch gesichert

Die nächste Lieferung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer erwartet Bremen weiterhin wie geplant am kommenden Montag, sagte Bernhard. "Alles Weitere steht aktuell in den Größenordnungen in den Sternen. Es wird zugesagt, dass bis zum Ende des Quartals das auf jeden Fall nachgeliefert wird. Aber das würde ja für uns bedeuten, dass da sechs bis acht Wochen völlig unkalkulierbar sind. Das ist schon sehr misslich. "

Unklar ist noch, wie groß die Mengen an Impfstoff sind, die nun vorerst nicht zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seine Länderkollegen berieten nach Angaben eines Sprechers am Nachmittag kurzfristig in einer Schaltkonferenz über die Lage. Bund und Länder erwarteten, dass die EU-Kommission in den Verhandlungen mit Pfizer schnellstmöglich Klarheit und Sicherheit für die weiteren Lieferungen und Lieferdaten schaffe. "Zugesagt ist in jedem Fall, dass die für das 1. Quartal angekündigten Mengen vollständig im ersten Quartal geliefert werden", hieß es weiter.

Pfizer-Werk in Belgien wird umgebaut

Grund für die Lieferprobleme sind demnach Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Diese dienten nach Angaben des Unternehmens dazu, die Kapazitäten ab Mitte Februar zu erhöhen. Aus Puurs würden alle Länder der Welt außer den USA beliefert. "Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern nehmen diese sehr kurzfristige wie unerwartete Mitteilung der Kommission und von Pfizer mit Bedauern zur Kenntnis", hieß es in der Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums.

Impfstart mit Moderna-Impfstoff in Bremer Kliniken

Video vom 14. Januar 2021
Eine Pflegekraft wird von einem Arzt geimpft.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Januar 2020, 19:30 Uhr