Hausarzt oder Impfzentrum? 5 Fakten zur Corona-Impfkampagne in Bremen

Nach Ostern impfen auch die Hausärzte gegen das Coronavirus. Wer in die Praxis muss und wer ins Impfzentrum, ist jetzt festgelegt worden.

Ein Hausarzt impft eine ältere Frau gegen das Coronavirus.
Weil Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten gut kennen, sollen sie jetzt auch in die Impfkampagne mit einsteigen. (Archiv) Bild: DPA | Peter Klaunzer

Die Impfung ist aktuell die beste Waffe gegen die Corona-Pandemie. Damit der knappe Wirkstoff möglichst schnell zu den Menschen kommt, haben das Land Bremen und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) jetzt geklärt, wie sich Arztpraxen und Impfzentren die Arbeit teilen sollen. Diese 5 Punkte sind dabei wichtig.

1 Impfzentren haben drei Schwerpunkte

Für viele Menschen bleiben die Zentren derzeit der erste Anlaufpunkt für eine Corona-Impfung: Das sind zum einen die Menschen über 70 Jahren. In dieser Altersgruppe sollen auch die restlichen Einladungen kurzfristig in die Post gehen, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Zum anderen wird auch Personal aus Kliniken, der Pflege, Kitas und Schulen weiter in den Zentren geimpft – also die "spezifischen Berufsgruppen der Priorisierungsgruppe 2". Und zuletzt sind die Zentren weiter für Bremer mit Vorerkrankungen zuständig, die in Einrichtungen leben.

2 "Praxen kennen ihren Patienten"

Weil die Arztpraxen im Land Bremen so breit aufgestellt sind, sollen sie der Impfkampagne noch einen weiteren Schub geben. "Die Praxen, die sich an den Corona-Impfungen beteiligen, kennen ihre Patientinnen und Patienten", heißt es von der Kassenärztlichen Vereinigung. "Sie wissen am besten, wer zuerst eine Impfung erhalten sollte und werden sich zunächst um die Bettlägerigen und die Schwerkranken kümmern." Sie sollen Menschen versorgen, die selber nicht mehr mobil sind. Hinzu kommen Angehörige, die Menschen mit Pflegegrad pflegen und je zwei enge Kontaktpersonen von Menschen mit Pflegegrad, falls diese Patienten über 70 Jahren sind oder eine Vorerkrankung haben. Zuletzt liegt es in der Verantwortung der Hausärzte, alle neuen Mitbewohner in Pflegeeinrichtungen zu impfen.

3 Impfungen für enge Kontakte von Schwangeren

Ab Mitte April sollen auch die Gynäkologinnen und Gynäkologen im Land Bremen in den Kampf gegen das Coronavirus mit einsteigen. Sie sollen enge Begleitpersonen von Schwangeren impfen.

4 Hausärzte – aber jetzt nicht überlasten

Es bleibt dabei, dass es aktuell nicht genug Impfstoff gibt, um sofort allen Menschen im Land einen Impftermin anzubieten. "Die Telefonleitungen der Praxen sollten jetzt nicht mit Anfragen nach Impfterminen überlastet werden", teilt die Kassenärztliche Vereinigung deshalb mit. "Sobald Impfdosen in ausreichender Menge verfügbar sind, wird jeder, der es wünscht, eine Impfung bei seinem Haus- und Facharzt oder in einem Impfzentrum erhalten."

5 Impfstoff von Johnson & Johnson könnte die Lage entspannen

Nachdem der Wirkstoff von AstraZeneca in der Regel nur noch Menschen über 60 Jahren empfohlen wird, konnte Bremen kurzfristige Engpässe mit Biontech-Lieferungen kompensieren. Mittelfristig sollen sie mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson aufgefangen werden, der Anfang April in Bremen erwartet wird. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern bleibt Bremen, was die Impfreihenfolge angeht, aber weiterhin bei den alten Empfehlungen des Bundes.

Bremer fordern mehr Klarheit bei der Impfreihenfolge

Video vom 31. März 2021
Eine Seniorin bekommt eine Impfung von einer Ärztin verabreicht.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 11. März 2021, 13 Uhr