Bayern führt FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV ein: Was hält Bremen davon?

  • Bremen will bayrischen Angang prüfen
  • Gefährderte Gruppen in Bremen bereits mit FFP2-Masken ausgestattet
  • Niedersachsen skeptisch zur FFP2-Maskenpflicht
Der bayrische Ministerpräsident Söder zieht sich eine FFP2-Maske auf.
Markus Söder will mit einer FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV die hohen Corona-Zahlen in Bayern unter Kontrolle bringen. Bild: DPA | picture alliance/dpa | Matthias Balk

In Bayern gilt ab Montag eine FFP2-Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. "Wir wollen auch den Alltag sicherer gestalten", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung des bayrischen Kabinetts. Deswegen werde die FFP2-Maske zur Pflicht im Alltag. 

"Wir konnten die besonders gefährdete Zielgruppe bereits erreichen", so Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitsbehörde. In Bremen wurden im November und Dezember FFP2-Masken an Bremerinnen und Bremer über 60 Jahre kostenlos verteilt, auch Menschen aus Risikogruppen haben in Apotheken drei Masken bekommen.

Vor- und Nachteile von FFP2-Masken

FFP2-Masken schützen anders als die Alltagsmasken aus Stoff sowohl den Träger als auch sein Umfeld. Die Behörde wolle jetzt prüfen, wie diese Regelung in Bayern genau umgesetzt werde. Konkrete Pläne für eine ähnliche FFP2-Maskenpflicht gebe es in Bremen und Bremerhaven noch nicht, so Fuhrmann weiter.

Für Behördensprecher Fuhrmann ist klar, dass so eine Regelung nicht nur Vorteile habe. "Ein Nachteil wäre die Verknappung auf dem Markt, da FFP2-Masken im medizinischen Bereich benötigt werden." Der Vorteil sei aber auch, dass FFP2-Masken eine Infektion besser aufhalten als Alltagsmasken, so der Sprecher weiter.

Niedersachsen hält Bayern-Angang nicht für sinnvoll

In Niedersachsen stößt der Vorschlag aus Bayern eher auf Skepsis. "Niedersachsen würde eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nur dann erwägen, wenn wirklich sichergestellt ist, dass alle Menschen einen kostenlosen Zugang zu einer solchen Maske hätten", erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen in
Hannover."

Ansonsten würden Teile der Bevölkerung ausgeschlossen vom lebensnotwendigen Besuch eines Supermarktes oder einer Bäckerei, so Pörksen. Gleiches gelte dann auch für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Besuch einer Arztpraxis oder der Apotheke. Niedersachsen setzt daher weiter auf Alltagsmasken.

Bremer Apotheken verteilen kostenlose FFP2-Masken an Senioren

Video vom 13. November 2020
Ein Plakat an einer Apotheke, welches eine FFP2 Maske zeigt.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 12. Januar 2020, 16:45 Uhr