9 Punkte des Corona-Winterfahrplans von Bovenschulte, Merkel und Co

Was muss jetzt gegen die Corona-Pandemie getan werden, um möglichst gut durch die nächsten Wochen zu kommen? Das haben Bund und Länder vereinbart.

Video vom 26. November 2020
Bremer Marktplatz
Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam
Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Die Politik ist wieder unter Zugzwang. Mit dem Lockdown-Light versuchte sie vor Wochen die Dynamik der zweiten Corona-Welle zu brechen. Aber die bisherigen Ergebnisse reichen nicht – auch nicht in Bremen. Deshalb haben die Länderchefs am Mittwoch zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neue Corona-Regeln vereinbart. Mit der Hoffnung, die Situation bis Weihnachten zu entspannen.

1 "Lockdown-Light" wird verlängert

Der wichtigste Beschluss der Beratungen mit den Ministerpräsidenten sei, dass der Teil-Lockdown verlängert wird, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). "Formell erst einmal bis zum 20. Dezember. Aber wir gehen fest davon aus, dass es zu einer Verlängerung in den Januar hinein kommen wird." Damit sei die Schließung der Gastronomie und der Freizeiteinrichtungen gemeint, sagte Bovenschulte. Eben die Einschränkungen, die schon im November beschlossen worden waren. Auch die Novemberhilfen für geschlossene Betriebe sollen in den Dezember verlängert werden.

2 Kein Außenausschank von Alkohol

In Bremen soll der Außenausschank und der Verkauf offener alkoholischer Getränke untersagt werden, also auch Glühwein. Das teilte der Senat am Freitag mit.

3 Verschärfte Kontaktbeschränkungen im Dezember

Bei privaten Zusammenkünften dürfen im Dezember maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen, sagte Bovenschulte. Bisher waren bis zu zehn Personen erlaubt. Kinder bis 14 Jahren seien davon allerdings ausgenommen.

4 Kleine Ausnahmen für Weihnachten

Besondere Regeln für Weihnachten seien ein großes Thema bei dem Treffen gewesen, sagte Bovenschulte. Man habe keine falschen Signale setzen wollen, dass jetzt ordentlich gefeiert werden könne. "Gleichzeitig muss es möglich sein, im engsten Freundes- und Familienkreis die Festtage zu begehen", sagte Bovenschulte. Dem entsprechend gebe es für die Zeit vom 23. Dezember bis 1. Januar eine gewisse Lockerung: Im engsten Familien- und Freundeskreis sind dann Treffen bis maximal zehn Personen möglich. Auch hier sind Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.

5 Silvester

Es gab keine Mehrheit für ein generelles absolutes Verbot von Feuerwerk, sagte Bovenschulte. Feuerwerk soll nur auf belebten Plätzen verboten werden. Größere Menschenansammlungen sollen unbedingt vermieden werden. Im privaten Bereich bleibt es nur bei der Empfehlung, dass die Bürger auf Feuerwerk verzichten sollen. Ein Verbot, um Menschenansammlungen zu vermeiden, könne man aufs Infektitionschutzgesetz stützten, sagte Bovenschulte. Die weit verbreitete "allgemeine Ablehnung der Böllerei“ jedoch nicht. Wo in Bremen genau das Böllern verboten werden soll, sei aktuell noch nicht klar. Damit werde sich die Innenbehörde beschäftigen.

6 Quarantäne

Die Quarantäne für Kontaktpersonen der Kategorie I soll auf zehn Tage verkürzt werden können, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt. Ansonsten gilt die bisherige 14-Tage-Frist. Für Schulen gilt: Tritt ein Corona-Fall auf, müssen alle, die sich mit der infizierten Person in einem Raum aufgehalten haben, für zehn Tage in Quarantäne – die nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden kann.

7 Corona-Hotspots

Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, müssten künftig ganz besondere Anstrengungen unternehmen, um die Fallzahlen zu drücken, sagte Bovenschulte. Das betreffe aktuell um die 80 Städte und Kreise in Deutschland.

8 Schule

Unterschiedliche Auffassungen habe es vor allem beim Thema Schulen gegeben. Rausgekommen sei, dass es einheitlich eine Maskenpflicht auch im Unterricht ab der siebten Klasse geben soll. Das sei für Bremen aber nichts Neues, so der Bürgermeister. In Corona-Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von stabil mehr als 200 sollen darüber hinaus weitere Maßnahmen wie Wechselunterricht ergriffen werden.

9 Handel

In Geschäften mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche muss jeder Kunde rechnerisch mindestens zehn Quadratmeter Platz haben. In noch größeren Geschäften mindestens 20 Quadratmeter. In diesem Punkt geht Bremen auch über die Beschlüsse vom Mittwoch hinaus.

So kommen die neuen Corona-Maßnahmen in Bremen an

Video vom 26. November 2020
Zwei Männer, die an einer Theke eines Restaurants stehen und eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. November 2020, 19:30 Uhr