Corona-Abstände: Kommt der "Kino-Meter" bald auch in der Gastronomie?

Audio vom 14. Juli 2021
Eine Mitarbeiterin misst Abstände in einem Kinosaal aus.
Bild: DPA | Massimo Percossi
Bild: DPA | Massimo Percossi

In Kinos, Theatern und Konzertsälen wurden die Abstände auf einen Meter verkürzt. Das weckt Begehrlichkeiten bei der Bremer Gastronomie – wo weiter 1,5 Meter Pflicht sind.

Seitdem sich die Corona-Lage deutlich entspannt hat, erwacht auch das Kultur-Leben langsam wieder aus dem Dornröschen-Schlaf. Kinos, Theatern und Konzertsälen hat der Bremer Senat mit einer neuen Meter-Regel bei den Abständen unter die Arme gegriffen: Statt wie bisher 1,5 Meter Abstand, reicht es dort nun aus, wenn Besucher einen Meter Abstand zueinander haben – ein "Kino-Meter" sozusagen.

Der gilt allerdings nur auf den festen Plätzen von Kinos, Theatern und Konzertsälen. Wer sich bewegt, muss weiter eine Maske tragen. Darüber hinaus sind Lüftung, Hygienekonzept und Kontaktverfolgung weiter obligatorisch.

Die seit Wochen entspannte Corona-Lage würden solche Lockerungen ermöglichen, teilte die Kulturbehörde mit. Sobald die Besucher erst einmal auf ihren festen Plätzen sitzen, dann hielten sie die Abstände auch ein, sagt Sprecher Werner Wick. Wenn dann auch gut gelüftet sei, sei es auch vertretbar, weniger als 1,5 Meter Abstand zu haben.

Das Ziel: Die festen Sitzgelegenheiten sollen in einem Schachbrettmuster belegt werden, sodass "die Platzausnutzung von circa 25 auf rund 50 Prozent" erhöht werden könne, um "damit eine bessere ökonomische Auslastung der Häuser" zu erreichen, teilte das Kulturressort mit.

Gastronomen fordern Nachbesserungen

Allerdings weckt die Sonder-Regel auch Begehrlichkeiten bei der Gastronomie, für die weiterhin der Pflichtabstand von 1,5 Meter gilt – auch draußen. "Ich freue mich für die Kino-Betreiber", sagt Detlef Pauls. "Ich erwarte aber, dass das auch für uns kommt", schiebt der Bremer Dehoga-Vorsitzende hinterher. Sein Verband werde jetzt darauf drängen, dass die Regeln auch in der Gastronomie angepasst werden. "Wenn es im Kino ein Meter ist, frage ich mich, wo da der Unterschied ist."

Die Bremer-Gastro-Gemeinschaft hält die neuen Regeln für Kinos für sinnvoll. "Es ist ja so, dass sich im Kino deutlich weniger unterhalten und bewegt wird, als es in gastronomischen Betrieben der Fall ist", sagt Geschäftsführer Thorsten Lieder. "Zudem wissen wir, dass viele Kinos gute Sicherheits- und Hygienekonzepte vorhalten." Aber auch er hält es für "zielführend", wenn der Senat die Abstandsregeln – zumindest im Außenbereich – lockern würde.

Ob der Senat dem folgen wird, ist derzeit aber noch unklar, erklärt Lukas Fuhrmann von der Gesundheitsbehörde auf Nachfrage. "Grundsätzlich kann man sicherlich auch nochmal an Lockerungen denken – und das machen wir auch schon. Mit der Einschränkung, dass die Corona-Situation bleibt, wie sie ist – oder besser." Vor allem die besonders geringe Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern sei sehr positiv, sagt Fuhrmann. Was am Ende der Überlegungen des Senats herauskomme, sei aktuell aber noch unklar, sagte Fuhrmann – auch mit Blick auf die Frage, ob die Abstände in der Gastronomie reduziert werden könnten.

Die Kultur geht wieder an den Start

Video vom 1. Juli 2021
Popcorn und Nachos in einem Kino.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. Juli 2021, 23:30 Uhr