So läuft das Terminshopping in Bremen

Seit Montag dürfen Geschäfte in der Stadt Bremen wieder Kunden begrüßen. Diese sollen vor ihrem Einkauf einen Termin machen. Die Telefone stehen nicht still.

Einige Menschen, die mit Abstand in einer Schlange vor einem Laden in der Bremer Innenstadt warten.
Viele Geschäfte in der Stadt Bremen öffneten am Montag wieder für Terminkunden (Symbolbild) Bild: Radio Bremen

Die Türen bleiben geschlossen. Neu ist aber der Satz, den man aus den Geschäften hört: "Sind sie für das Terminshopping hier?". Seit Montag können Bremerinnen und Bremer wieder Einkaufen gehen. Das neue Konzept heißt "Click and Meet". Von zu Zuhause wird per Telefon oder Internet ein Termin vereinbart und dann darf für eine fest abgemachte Zeit im Geschäft gestöbert werden.

Man ist wieder ein Teil der Gesellschaft. Versucht wieder ein Teil dessen zu sein, was man vorher hatte.

Carlart, Kunde in der Bremer Innenstadt

Termine dürfen alleine oder mit dem eigenen Hausstand vereinbart werden. Bei den großen Geschäften gibt es häufig ein Onlineformular. Dort sehen Kundinnen und Kunden direkt, welche Termine in den nächsten Tagen noch frei sind. Die kleineren Läden vergeben ihre Shoppingzeit meist per Telefon.

Viele Menschen wollen Terminshoppen

Für Hans-Peter Jackst, den Besitzer eines Fahrrad-Geschäfts in Osterholz, funktioniert das Konzept gut. In seinem Laden bleibt die Eingangstür weiter verschlossen. Dennoch herrscht drinnen wieder geschäftiges Treiben. "Die Terminkunden kommen über unsere Hintertür in den Laden", sagt Jackst.

Wir haben schon am Montagmorgen 25 Termine für die gesamte Woche vergeben.

Hans-Peter Jackst, Fahrradhändler

Zum Start des Einkaufs werden die Daten der Kundinnen und Kunden aufgenommen. Dies sei nötig, um später mögliche Corona-Infektions-Ketten nachvollziehen zu können. Danach haben die Kundinnen und Kunden maximal eine Stunde, um sich im Geschäft umzusehen.

Wie lange das Shoppingerlebnis dauert, ist unterschiedlich. Es muss laut der neuen Corona-Verordnung allerdings ein festes Zeitlimit vorgegeben werden. Je nach Laden liegt dieses bei zehn Minuten bis zu einer Stunde.

Ganz allein hat man den Fahrradladen von Hans-Peter Jackst nicht. Auf seinen rund 700 Quadratmetern Ladenfläche könnte er bis zu 17 Menschen gleichzeitig bedienen. 40 Quadratmeter müssen pro Gruppe im Geschäft vorhanden sein. "Wir kommen da nicht an die Grenzen. Aktuell haben wir meist vier Kunden gleichzeitig im Laden", sagt Jackst.

Click & Meet kam überraschend

Der Einzelhandel wurde von dem neuen Konzept regelrecht überrascht. Zwar wurde schon bei der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz über das Terminshopping gesprochen. Wie es konkret umgesetzt werden sollte, war aber lange unklar.

Das war natürlich schon eine kleine Überraschung. Am Samstag hieß es dann: Wir starten jetzt ab Montag. Also perfekt vorbereitet sind wir natürlich nicht.

Katharina, Einzelhändlerin

Deswegen mussten viele Kundinnen und Kunden auch länger auf einen Shoppingtermin warten. Die Telefone waren häufig besetzt.

Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten bewertet Karsten Nowak von der Handelskammer in Bremen Click and Meet als positiv: "Viele Unternehmen hatten lange Zeit geschlossen. Trotz der Hilfen ist es bestimmt für viele sehr eng." Das neue Konzept sei eine Motivation, weil es nun weitergehe. Dies sei ein wichtiges Signal, sagt Nowak.

Nach dreieinhalb Monaten Lockdown kehrt mit dem neuen Terminshopping zumindest ein wenig Leben in die Bremer Geschäfte zurück.

Erste Lockerungen treten im Land Bremen Kraft

Video vom 8. März 2021
Personen, die vor einem Einzelhandel schlange stehen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Pit Kröger Volontär

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. März 2021, 19:30 Uhr