Bremer CDU wählt Meyer-Heder zum neuen Landeschef

  • Spitzenkandidat mit 98 Prozent der Stimmen zum Parteichef gewählt
  • Bisheriger Vorsitzender Kastendiek war vor der Bürgerschaftswahl gestorben
  • Meyer-Heder schließt Zusammenarbeit mit AfD aus

Neuer CDU-Chef Carsten Meyer- Heder im Interview.

Carsten Meyer-Heder ist neuer Landesvorsitzender der Bremer CDU. Am Abend wurde er mit 98 Prozent der Stimmen auf einem außerordentlichen Landesparteitag der Christdemokraten gewählt. Meyer-Heder erhielt der CDU zufolge 149 von 153 gültigen Stimmen. Es gab drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Der Vorsitz war unbesetzt, weil der bisherige Landeschef Jörg Kastendiek Mitte Mai gestorben war. Meyer-Heder war der einzige Bewerber für den CDU-Vorsitz. Die Stellvertreter Yvonne Averwerser, Jens Eckhoff und Peter Skusa sind noch bis nächstes Jahr gewählt.

Er wolle einen Gegenentwurf zu Rot-Grün-Rot bilden, sagte der 58-Jährige in seiner Bewerbungsrede. "Wir haben im Wahlkampf einen neuen Politikstil eingeführt. Uns ging es darum, Menschen zuzuhören, sie auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen, sie zu überzeugen, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und offen und freundlich miteinander umzugehen." Dieses Verständnis von Politik wolle er fortsetzen.

Nachhaltigkeit ist seit jeher ein Thema der CDU, das dürfen wir keinen grünen Ideologen überlassen.

Carsten Meyer-Heder, Landesvorsitzender der Bremer CDU

Bei der Wahl am 26. Mai gelang es dem Quereinsteiger Meyer-Heder, die CDU erstmals zur stärksten Kraft in Bremen zu machen. Die Hoffnungen auf eine Regierungsübernahme erfüllen sich aber wohl nicht. Stattdessen steuern SPD, Grüne und Linkspartei auf ein Bündnis zu, sie verhandeln derzeit über ein rot-grün-rotes Bündnis.

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Carsten Meyer-Heder (58) hat in der CDU eine steile Karriere gemacht. Der IT-Unternehmer und Quereinsteiger in die Politik ist erst seit gut einem Jahr CDU-Mitglied. Nun steht er an der Spitze des etwa 2.200 Mitglieder zählenden Landesverbands – und will die Partei modernisieren. Er wolle den Schwung aus dem Wahlkampf nutzen, um bei der nächsten Wahl den Einzug ins Bremer Rathaus zu schaffen. Er wolle dafür mehr junge Menschen und Frauen für die Arbeit in der CDU gewinnen. "Mein persönliches Ziel ist, dass wir in vier Jahren eine Kandidatenliste aufstellen, bei der auf jedem zweiten Listenplatz eine Frau steht", sagte Meyer-Heder.

Meyer-Heder schließt Zusammenarbeit mit AfD aus

Auch zur AfD äußerte sich der neue CDU-Landeschef. Zwar sei die rechte Partei in Bremen nicht so stark wie in anderen Bundesländern, trotzdem habe sie inzwischen Fraktionsstatus erreicht. "Das wird uns sicher auch im Parlament vor neue Herausforderungen stellen." Den Beschluss der CDU-Fraktion, keinen AfD-Abgeordneten in den Bürgerschafts-Vorstand zu wählen, befürwortete er.

Insgesamt, das möchte ich hier auch noch einmal deutlich sagen: Wir werden inhaltlich nicht jetzt und nicht in Zukunft mit der AfD zusammenarbeiten.

Carsten Meyer-Heder, Landesvorsitzender der CDU

Meyer-Heders schneller Sprung an die Parteispitze wäre nicht möglich gewesen, wenn der Landesvorsitzende Jörg Kastendiek nicht wenige Tage vor der Bürgerschaftswahl gestorben wäre. Kastendiek galt als Urheber der Idee, auf den Quereinsteiger zu setzen. Meyer-Heder wird nun sein Nachfolger im Parteiamt, während die Bürgerschaftsfraktion auch in der neuen Wahlperiode von Thomas Röwekamp geführt wird.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 27. Juni 2019, 20 Uhr