Kommentar

Ticketpreise für Bus und Bahn dürfen nicht weiter steigen

Wer im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) mit Bus und Bahn unterwegs ist, muss jedes Jahr mehr Geld für das Ticket zahlen. Das nervt, findet unser Kommentator Thorsten Reinhold.

Ein Bus und eine Straßenbahn am Bremer Hauptbahnhof.

Ich kann es nicht mehr hören – und auch nicht mehr lesen. Tickets für Bus und Bahn werden teurer. Und im besten Marketingsprech wird es uns dann vom VBN so verkauft: "Moderate Tarifanpassung" und "der zweitniedrigste Wert im Zehnjahresvergleich". Das macht es doch nicht besser. Preisanstieg bleibt Preisanstieg bleibt Preisanstieg. Nur mal so nebenbei: Es gab in den vergangenen 20 Jahren laut VBN nur eine einzige Nullrunde. Das bedeutet, dass die Preise nur ein einziges Mal nicht gestiegen sind.

Über den VBN will ich aber gar nicht groß meckern. Der setzt ja nur um, was die Politik will. Und was ist der politische Wille? "Wir werden uns dafür einsetzen, dass es keine weiteren Preiserhöhungen geben wird." So steht es im aktuellen Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken auf Seite 37. Wie passt das mit der Preiserhöhung zusammen? Gar nicht. Das räumt auch der Sprecher der Mobilitäts-Senatorin ein und schiebt hinterher, dass die Preiserhöhung schon vor Rot-Grün-Rot entschieden worden sei.

Versprechen gemacht, Versprechen gehalten

Das ist mal ehrlich. Das mit dem Gar-Nicht-Zusammenpassen, meine ich. Die neue Koalition braucht noch Zeit, was ich nachvollziehen kann. Was ich nicht mehr nachvollziehen könnte: Wenn Fahrgäste auch 2021 für Bus und Bahn wieder mehr zahlen müssten. Das darf nicht sein, wenn der Bremer Senat es mit der autofreien Innenstadt, sauberer Luft und dem Koalitionsvertrag ernst meint.

Übrigens: Der Nachtzuschlag in Bussen und Bahnen ist gestrichen und mehr Unternehmen im Land Bremen können das Jobticket nutzen. So steht es im Koalitionsvertrag, und so ist es gekommen. Versprechen gemacht, Versprechen gehalten. Geht doch.

Ein Bus am Bremer Hauptbahnhof

Autor

  • Thorsten Reinhold

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. November 2019, 19:30 Uhr