Interaktiv

Bremen wählt mit: Machen Sie den Realitätscheck nach 8 Jahren Groko!

Video vom 6. Juli 2021
Bildmontage: zwei Personen vor dem Logo der Arbeitsagentur, ein Arbeiter auf Centstücken und ein älteres Paar.
Bild: Imago | Ralph Peters, Future Image, Kirchner-Media
Bild: Imago | Ralph Peters, Future Image, Kirchner-Media

Zur Bundestagswahl sind Rente und Hartz IV besonders wichtige Wahlkampfthemen. Bremen und Bremerhaven wählen eine neue Regierung mit. Aber was hat sich mit CDU/CSU und SPD bisher getan?

Seit 2013 wird Deutschland von der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD regiert. In dieser Zeit trat der Mindestlohn in Kraft, Mütter- und Flexirente wurden eingeführt, zuletzt Anfang dieses Jahres das Gesetz zur Grundrente. Was hat sich bei den Menschen bundesweit und in Bremen und Bremerhaven getan?

Ziehen Sie mit Ihrer Maus eine Linie so, wie Sie glauben, dass sich zum Beispiel die Rente entwickelt hat. Ist sie gleich geblieben, gesunken oder gestiegen? Ist die Linie vollendet, erscheint eine weitere Linie: Die korrekte Entwicklung auf Basis der aktuellen Zahlen. Und? Lagen Sie richtig? Viel Spaß!

Die Rente ist eines der wichtigsten Themen in der Sozialpolitik

Kaum ein soziales Thema hat so viele Reformen und Gesetzesänderungen in den vergangenen Jahren erlebt wie die gesetzliche Rente. Wie hoch ist sie in Deutschland durchschnittlich?

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund

Die Höhe der durchschnittlichen, gesetzlichen Nettorente nach mindestens 35 Versicherungsjahren ist in Deutschland seit 2010 stets gestiegen. Im Jahr 2020 betrug sie 1.311 Euro. In Bremen lag sie 2020 bei 1.318 Euro – in etwa so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Dabei ist anzumerken: Deutlich niedriger fallen die Werte für Rentner und Rentnerinnen aus, die weniger als 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.


Armut im Alter ist ein bekanntes Problem. Was hat sich in den vergangenen Jahren getan?

Wenn die Rente zu niedrig ausfällt, können Senioren und Seniorinnen Grundsicherung beantragen. Wie hat sich die Zahl derjenigen entwickelt, die im Alter auf die staatliche Hilfe angewiesen sind?

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Zahl der Senioren, die Grundsicherung im Alter bekommen, ist in den vergangenen elf Jahren leicht gestiegen und betrug 2020 etwa 560.000 Menschen. 2019 bekamen 3,2 Prozent der Senioren ab der Regelaltersgrenze diese Transferleistung, im Jahr 2009 waren es 2,4 Prozent. In Bremen bekamen Ende 2019 9.525 Menschen eine Grundsicherung im Alter, das entspricht einem Anteil von 6,9 Prozent.


Auch Kinder leben in Deutschland in Armut

Wissen Sie aber, wie sich der Anteil der Kinder, die von Hartz IV oder anderen finanziellen Hilfen leben, entwickelt hat? Schätzen Sie ...

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

2020 lebten fast 1,9 Millionen Minderjährige in Bedarfsgemeinschaften. Das sind 12,9 Prozent aller Kinder in Deutschland. Die gute Nachricht: Seit 2018 sinkt sowohl deren Zahl als auch deren Anteil – wenn auch nur leicht. Zu Bedarfsgemeinschaften gehören Menschen, die Hartz-IV beziehen sowie andere finanzielle Hilfen, wie zum Beispiel Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. In Bremen betrug die Zahl der Minderjährigen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch-II erhalten, im Jahr 2020 32.803 Menschen (Anteil: 29,2 Prozent). Sie ist etwas niedriger als die Zahl der Kinder in Bedarfsgemeinschaften. Genaue Zahlen für Minderjährige in Bedarfsgemeinschaften liegen in Bremen nicht vor.


Nicht nur Langzeitarbeitslose sind auf Hartz-IV angewiesen

Hartz-IV, oder Arbeitslosengeld II, ist im Jahr 2005 eingeführt worden. Berechtigt sind Arbeitslose, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, aber auch Menschen, die beispielsweise Kinder und Angehörige pflegen müssen oder ein zu niedriges Gehalt beziehen. Wie hat sich ihre Zahl in den vergangenen Jahren entwickelt?

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Die Zahl der Leistungsempfänger ist in den vergangenen Jahren tendenziell gesunken, auch wenn es im Jahr 2020 wieder einen leichten Anstieg gab. Allerdings sind die Schwankungen nicht so stark ausgeprägt: In den vergangenen zehn Jahren sind es nur eine Million Menschen weniger. 2020 waren es fast 5,5 Millionen Leistungsempfänger. Gemessen an der Gesamtbevölkerung unterhalb der Rentengrenze macht das einen Anteil von etwa 8,3 Prozent. In Bremen waren es 2020 97.448 Menschen, das entsprach einem Anteil von etwa 18,2 Prozent.


Gleichberechtigung in der Arbeitswelt ist seit einigen Jahren ein prominentes Thema

Immer wieder diskutieren Politiker und Politikerinnen über die Einführung von Frauenquoten in den Chefetagen. Wie hat sich der Frauenanteil bei den Führungskräften in deutschen Betrieben Ihrer Meinung nach entwickelt?

Quelle: Eurostat. *Der Wert für 2020 ist noch vorläufig.

Der Anteil stagniert seit Jahren, 2020 ist er sogar gesunken. Allerdings merkt das statistische Amt der Europäischen Union an, dass der Wert noch vorläufig ist. Erst 2016 wurde die Aufsichtsratsquote eingeführt. Demnach müssen 30 Prozent der Posten in den Aufsichtsräten börsennotierter und gleichzeitig paritätisch mitbestimmter Unternehmen Frauen vorbehalten sein. Im Juni 2021 hat der Bundestag die nächste Quote beschlossen: In Vorständen mit mehr als drei Mitgliedern der oben genannten Unternehmen muss künftig mindestens eine Frau sitzen. In Bremen liegen erst die Werte für das Jahr 2018 vor: Nach einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lag er bei 22 Prozent.


Auch bei den Gehältern gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern soll geschlossen werden, darüber herrscht in der Politik offenbar Konsens. Doch die Lücke klafft immer noch. Schätzen Sie, wie sich der "unbereinigte Gender-Pay-Gap" in den vergangenen Jahren entwickelt hat!

Quelle: Statistisches Bundesamt

Der Gender Pay Gap (GPG) wird als unbereinigt bezeichnet, wenn er den Unterschied zwischen den Bruttoverdiensten von Männern und Frauen darstellt. Der bereinigte GPG drückt die Differenz bei vergleichbaren Tätigkeiten und Qualifikationen aus und wird nur alle vier Jahre berechnet. 2020 lag der unbereinigte GPG in Deutschland bei 18 Prozent und ist somit leicht gesunken. Der bereinigte betrug 2018 sechs Prozent. In Bremen lag der unbereinigte GPG viel höher als in Deutschland, und zwar bei 22 Prozent. Der bereinigte lag bei sieben Prozent.

Was die Parteien und die Bundestagskandidaten aus Bremen und Bremerhaven bei diesen sozialen Themen künftig planen, wenn sie am 26. September in die Regierung gewählt werden, hat buten un binnen in einer Übersicht zusammengefasst. Aber

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Juli 2021, 19:30 Uhr