Bremische Bürgerschaft ist gegen Glyphosat

  • Bürgerschaft mehrheitlich für Verbot von Glyphosat
  • Neuen Genehmigungen sollen nicht mehr erteilt werden
  • Nicht alle Fraktionen folgten der Linie der Regierung
Warnetikett bei Unkrautvernichtungsmittel mit Glyphosat
Bild: DPA | Christian Ohde

Die Bremische Bürgerschaft will mehrheitlich, dass Unkrautvernichter mit "Glyphosat" nicht mehr eingesetzt werden. Die Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken stimmten dafür, in Bremen nirgendwo mehr das Verspritzen des Herbizids zu erlauben.

Vor allem die Bremer Straßenbahn AG soll künftig auf den Einsatz von Glyphosat verzichten, heißt es in dem Beschluss. Die versprüht das Unkrautvernichtungsmittel nämlich noch, um ihre Gleise von Pflanzen freizuhalten. Außerdem sollen im Bundesland keine weiteren Genehmigungen mehr für die Nutzung ausgestellt werden.

Die Bürgerschaft will auch auf Bundesebene einen Glyphosat-Ausstieg erreichen. In der Debatte sagte Maike Schäfer (Grüne): "Was im Verdacht steht, Krebs zu erregen, gehört nicht auf die Felder." Nelson Janßen (Die Linke) sagte, solange die Unbedenklichkeit von Glyphosat nicht erwiesen sei, dürfe es nicht angewendet werden. Der SPD-Abgeordnete Jens Crueger mahnte allerdings, beim Thema Glyphosat nicht in Hysterie zu verfallen.

Hauke Hilz (FDP) forderte, die Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln den Experten zu überlassen. Andere Pflanzenschutzmittel seien viel giftiger als Glyphosat. Der CDU-Politiker Frank Imhoff sprach von Panikmache. Schließlich hielten viele Experten Glyphosat gar nicht für krebsverdächtig.

Verbot in Europa frühestens in fünf Jahren

SPD und Grüne haben im Landtag eine Aktuelle Stunde zu dem Thema beantragt. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die EU-Kommission beschlossen, dass Europas Landwirte Glyphosat zumindest noch fünf weitere Jahre benutzen dürfen.

In Bremen werden glyphosathaltige Mittel laut Behördenangaben vor allem dazu eingesetzt, Bahntrassen und Straßenbahnschienen von Unkraut freizuhalten. Dafür werden die meisten Genehmigungen erteilt. Aber auch auf Friedhöfen kam das Herbizid demnach zum Einsatz – und auf Sportplätzen. Schon seit längerem hat der städtische Umweltbetrieb Bremen die Anweisung erhalten, keine Glyphosat-Produkte mehr bei der Grünpflege zu verwenden. Dass auch Alternativen funktionieren, zeigt der Flughafen Bremen. Dort wird Unkraut mit heißem Schaum oder heißem Wasser der Garaus gemacht.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 7. Dezember 2017, 14 Uhr