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Bovenschulte: Karrierist der Umstände wegen – aber machtbewusst

Eigentlich wollte er Rockstar werden. Das hat nicht geklappt, eine steile Karriere legte Andreas Bovenschulte dennoch hin. Das hat der SPD-Politiker als Bürgermeister vor.

Andreas Bovenschulte blickt in die Kamera.
Andreas Bovenschulte soll Bremen künftig regieren. Bild: SPD Bremen

Als Jugendlicher wollte er Rockstar werden. Das hat bekanntlich nicht geklappt. Mehr als ein begeisterter Hobby-Gitarrist ist aus Andreas Bovenschulte nicht geworden. Dafür hat er politisch Karriere gemacht. Vor allem in den letzten Monaten ging es Schlag auf Schlag. Bis Ende Juni noch Bürgermeister in der niedersächsischen Gemeinde Weyhe, dann neuer Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft – und jetzt Präsident des Bremer Senats und Nachfolger von Carsten Sieling. "Das war nicht der Plan. Gewünscht habe ich mir, dass wir die Wahl gewinnen, und dass wir mit Carsten als Bürgermeister weitermachen können", sagt er.

Ehrgeizig und machtbewusst

Aber so ganz ungeplant ist die Karriere auch nicht. Der promovierte Jurist ist ehrgeizig und machtbewusst. Trotzdem: Vom Bürgermeister einer 30.000-Einwohner-Gemeinde zum Regierungschef eines Bundeslandes ist ein großer Karrieresprung.

Ich habe natürlich große Lust, das zu machen, weil die Gestaltungsmöglichkeiten, die damit verbunden sind, groß sind. Ich habe Lust, mich richtig für Bremen einzusetzen. Aber ich habe einen gehörigen Respekt vor der Aufgabe.

Andreas Bovenschulte, Bürgermeister-Kandidat

Knapp 96 Prozent bei der Nominierung auf dem SPD-Parteitag waren ein starkes Votum für den Zwei-Meter-Mann, den alle nur "Bovi" nennen. Er geht auf Leute zu, hat Ausstrahlung, ist ein guter Redner. Viele Bremer Sozialdemokraten sehen ihn nach dem Absturz ihrer Partei als Hoffnungsträger. "Er kennt sich in Verwaltung aus, er ist kommunal-politisch erfahren, ist ein guter Jurist und kann gut mit Menschen umgehen", schätzt ihn ein Parteimitglied ein. "Ich halte ihn auch für einen sehr kompetenten Mann, der sicherlich ein sehr sympathischer Bürgermeister werden würde", fügt eine Genossin hinzu.

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In Weyhe auch von der CDU geschätzt

Bovenschulte ist das bewusst. Aber er hat auch Erwartungen an seine Partei. Die soll sich auf ihre Stärken besinnen, fordert er. Die SPD sei immer dann stark gewesen, wenn sie nah bei den Menschen war, sagt Bovenschulte. "Wenn wir in den Quartieren, in den Vereinen, den Gewerkschaften, den Elternbeiräten, den Wohlfahrtsverbänden und den Kirchen – wenn wir überall da präsent waren und gearbeitet haben."

In Weyhe war der linke Sozialdemokrat sogar bei der CDU beliebt. Alle bedauerten seinen Abschied. Aber Weyhe ist nicht Bremen. Was sind die Erfahrungen als Gemeindebürgermeister wert? Das könne die politische Sichtweise nur befruchten, wenn man die bremische und die niedersächsische Perspektive kennt, sagt er. "Ich stehe dafür, dass man da Bremen und Niedersachsen sowieso enger zusammenführt und gemeinsam denkt. Und die trennende Wirkung der Landesgrenze nicht so hoch hängt." Vielleicht helfen da auch die Erfahrungen mit der Musik: Die verbindet schließlich auch über Grenzen hinweg.

Mit einem Klick zu den Senatoren und Senatorinnen:

Die Bremer Senatoren Andreas Bovenschulte Präsident des Senats Bürgermeister Dietmar Strehl Senator für Finanzen Ulrich Mäurer Senator für Inneres Kristina Vogt Senatorin für Wirtschaft und Arbeit Claudia Schilling Senatorin für Wissenschaft, Häfen und Justiz Claudia Bogedan Senatorin für Kinder und Bildung Maike Schaefer Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr Anja Stahmann Senatorin für Soziales, Jugend und Sport Claudia Bernhard Senatorin für Gesundheit und Frauen

Mehr zum Thema:

  • Birgit Sagemann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. August 2019, 19:30 Uhr