Wohngeldstelle Bremerhaven schließt heute – wegen Überlastung

  • Etwa 400 Antragsteller warten auf Bescheide
  • Der Grund: Mitarbeiter fehlen und Antragszahlen sind gestiegen
  • Linke halten geplante Schließung für eine "Katastrophe mit Ansage"
Wohngeldantrag mit Geldscheinen und Haus
Etwa 400 Antragsteller warten in Bremerhaven auf den Bescheid zu ihrem Wohngeldantrag. Bild: DPA / CHROMORANGE | Christian Ohde

Wer in Bremerhaven Wohngeld beantragt, muss derzeit viel Geduld mitbringen. Die Wohngeldstelle der Stadt schiebt Hunderte unbearbeitete Anträge vor sich her – und wird deshalb ab heute für zwei Wochen geschlossen. In dieser Zeit sollen die offenen Vorgänge abgearbeitet werden. Telefonisch und per Post bleiben die Mitarbeiter aber erreichbar.

Rund 400 Wohngeld-Berechtigte warteten momentan darauf, dass ihre Anträge bearbeitet würden, sagt Stadtsprecher Volker Heigenmooser auf buten un binnen-Anfrage. Als Grund nennt Heigenmooser einen hohen Kranken- und Urlaubsstand in der Abteilung: "Von acht Leuten sind nur vier da". Bremerhaven wolle das Personal nun um eine Stelle aufstocken. Da die Personalkosten zu 90 Prozent vom Land getragen werden, müsse Bremen aber zustimmen.

Seit zwei Jahren haben mehr Menschen Anspruch

Ein zweiter Grund für den Antragsstau war schon seit zwei Jahren absehbar. Durch eine Gesetzesänderung haben seit 2016 rund 300 Bremerhavener zusätzlich Anspruch auf Wohngeld. Die Zahl der Mitarbeiter in der Behörde ist aber nicht aufgestockt worden.

Die wohnungspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion der Linken hat die geplante Schließung als "Katastrophe mit Ansage" kritisiert. "Auch in der Stadt Bremen warten immer noch Menschen ein halbes Jahr auf ihren Bescheid", sagte sie. Das sei unzumutbar.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 17. September 2018, 9 Uhr