FDP fordert Rücktritt von Bremerhavens Umweltstadträtin

Aktion "Stadtradeln": Bremerhavens Umweltstadträtin in der Kritik

Audio vom 20. September 2021
Eine Frau spricht in ein Mikrofon.
Bild: Helmut Stapel
Bild: Helmut Stapel
  • Susanne Gatti ist parteilose und ehrenamtliche Stadträtin
  • Die FDP fordert nun ihren Rücktritt
  • Sie wollte eine Fahrradaktion mit einer Veranstaltung der Grünen zusammenlegen

Die Bremerhavener Umweltstadträtin Susanne Gatti (parteilos) ist im Zusammenhang mit der Aktion "Stadtradeln" in die Kritik geraten. Die parteilose und ehrenamtliche Stadträtin hatte die bundesweite Abschlussaktion des Wettbewerbs am kommenden Samstag mit einer Fahrraddemonstration der Grünen im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche zusammengelegt – und zwar am Tag vor der Bundestagswahl. Am Montagabend hat die Bremerhavener FDP deshalb ihren Rücktritt gefordert. Diese Forderung wies die Stadtverordnetenfraktion Grüne PP am Dienstag zurück.

Sie habe gegen das Neutralitätsgebot verstoßen, so die Bremerhavener FDP in einer Mitteilung. Schließlich sei "Stadtradeln" keine Wahlkampfveranstaltung der Grünen sondern ein Wettbewerb, bei dem es darum gehe, möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Auch CDU kritisiert Gatti – Grüne weisen Forderung zurück

Auch die Bremerhavener CDU kritisierte Gatti am Dienstag in diesem Zusammenhang. So habe diese laut einer Mail ursprünglich entschieden, "dass es keine Konkurrenzveranstaltung mit den Grünen geben solle". Für diese Begründung zeigt die CDU kein Verständnis und warf der Stadträtin vor, eine öffentliche Veranstaltung für eigene Zwecke missbrauchen zu wollen. Eine Kommune müsse sich immer neutral verhalten.

Es sei ein Fehler gewesen, die Veranstaltungen zusammenzulegen, sagte Gatti auf Anfrage von buten un binnen am Montagabend. Ihr sei es darum gegangen, die "Stadtradeln"-Veranstaltung nicht zu schwächen. Nach der FDP-Kritik habe sie die Termine verlegt. Das reicht der FDP nicht. Ihrer Ansicht nach ist Gatti nicht mehr tragbar. Die Fraktion Grüne PP teilte am Dienstag mit, eine gemeinsame Abschlussveranstaltung sei weder geplant noch angekündigt gewesen. Es habe lediglich einen gemeinsamen Start und Teil des Weges geben sollen – aber zwei getrennte Abschlussveranstaltungen. Es sei klug, die Fahrten zu trennen, wenn einigen sonst dabei unwohl sei.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. September 2021, 19 Uhr