Maersk streicht Hamburg von Containerlinie: Bremerhaven profitiert

  • Hamburg verliert rund 150.000 Standardcontainer pro Jahr
  • Laut Terminal-Chef ist die Maßnahme eine "normale Anpassung"
  • Er rechnet mit zwei bis drei Prozent mehr Umschlag für Bremerhaven
Ein Containerschiff liegt an der Kaje des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven
Bremerhaven bekommt 150.000 Container Umschlag mehr – Hamburg verliert. Bild: Eurogate


Der Reederei-Riese Maersk will Hamburg von einer seiner Asien-Linien streichen – davon könnte Bremerhaven profitieren. Betroffen ist Maersks sogenannter ME1-Dienst, der wöchentlich von Indien aus europäische Häfen anläuft. In Deutschland waren bisher Wilhelmshaven, Bremerhaven und Hamburg Stationen. Ab dem 23. Januar fällt Hamburg weg, wie die Hamburger Wirtschaftsbehörde buten un binnen bestätigte. Die Stadt verliert damit einen Jahresumschlag von 150.000 Standardcontainern (TEU).

Für Christian Lankenau, Geschäftsführer des Nordsee-Terminals Bremerhaven (NTB), ist das "überhaupt keine Überraschung". Dies seien "normale Anpassungsprozesse" bei den Reedereien, sagte er zu buten un binnen. "Trotzdem ist das ist für uns natürlich eine gute Nachricht." Er glaube aber nicht, dass Bremerhaven nun so viel mehr bekommt, wie Hamburg verliert. "150.000 Container mehr halte ich für extrem ambitioniert", sagte er. Ein Teil der Ladung werde wohl über andere Linien nach Hamburg kommen. "Aber Ladung, die nicht nach Hamburg will, wird dann einen anderen Weg gehen – und dann eben vielleicht über Bremerhaven." Lankenau geht davon aus, dass die Streichung von Hamburg zwei bis drei Prozent mehr Umschlag nach Bremerhaven bringt.

Bremerhaven hatte zuletzt Linien an Hamburg verloren

Für Bremerhaven ist die Linienverlegung eine gute Nachricht. Zuletzt hatte der Küstenhafen etwa 500.000 Container Ladung nach Hamburg verloren. Die Reederei Hapag-Lloyd hatte mehrere Transatlantik-Linien von Bremerhaven nach Hamburg verlegt, dadurch gingen Bremerhaven etwa zehn Prozent Containerumschlag verloren. Hapag-Lloyd hatte die Entscheidung auch mit einer besseren Auslastung der eigenen Terminals in Hamburg begründet.

Dass die größte Containerschiff-Reederei Maersk auf der Asien-Linie nun mehr Umschlag nach Bremerhaven bringt, könnte einen ähnlichen Grund haben: Der dänische Konzern ist am Bremerhavener NTB beteiligt und profitiert von mehr Umschlag. Ein anderes Motiv könnten auch die hohen Hafengebühren sein. Sie liegen in Hamburg deutlich höher als in Bremerhaven.

Autor

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 10. Januar 2020, 12 Uhr