Infografik

Studie: Bremer leben gern in Bremen und finden ihre Regierung gut

Video vom 4. Juni 2021
Luftbild der Bremer Innenstadt mit St. Petri-Dom, Rathaus und Bürgerschaft
Bild: DPA | blickwinkel/H. Blossey
Bild: DPA | blickwinkel/H. Blossey

Die meisten Menschen im Land Bremen sind zufrieden mit dem Senat und bescheinigen ihm ein gutes Corona-Management - zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

Christoph Döbele spricht vom ersten großen Stimmungsbild aus der Bremer Bevölkerung seit den Bürgerschaftswahlen vor zwei Jahren. Döbele ist der Hauptautor der Studie "Einstellungen zu Politik und Politikideen in Bremen", die das Forschungsinstitut Kantar Public im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt hat.

Auf der Basis einer repräsentativen Umfrage im Land Bremen aus dem April kommt die Studie zu dem zentralen Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner Bremens und Bremerhavens mit ihrem Leben zumindest zufrieden ist. Für Dietmar Molthagen, Leiter des Julius-Leber-Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung und Auftraggeber der Studie, zeugen die Ergebnisse der Untersuchtung von einer grundsätzlich positiven Haltung zu Bremen bei den Befragten sowie von einem intakten Vertrauen in die politisch Verantwortlichen.

Zufriedene Bremer

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Heimatverbundene Bremer

Offensichtlich zeugt das positive Stimmungsbild aber auch von einer starken Heimatverbundenheit der Befragten, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang zur Politik im Land Bremen stehen muss. So geben über 90 Prozent der Befragten an, dass sie gern im Land Bremen leben. Fast 80 Prozent bezeichnen ihre Identifikation mit der Heimatstadt Bremen oder Bremerhaven als stark. Davon unberührt beurteilen etwa ebenso viele Befragte die wirtschaftliche Lage Bremens kritisch.

Aus Sicht von Studienautor Christoph Döbele liegt hierin jedoch kein Widerspruch. Es sei gerade in Krisenzeiten, wie eben in der Pandemie, immer wieder zu beobachten, dass die Menschen stark zwischen ihrer persönlichen Befindlichkeit und der Einschätzung der gesellschaftlichen Lage unterschieden, so der Sozialwissenschaftler.

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Im Reinen mit Regierung und Regierungschef

Doch so sehr die wirtschaftliche Situation Bremens den Befragten zu denken gibt, machen offenbar nur wenige den Bremer Senat dafür verantwortlich. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) im Land Bremen gibt an, mindestens zufrieden, wenn nicht sogar sehr zufrieden mit der Arbeit des Senats zu sein.

Allerdings fällt das Urteil der Bremerhavener bei der Bewertung der Bremer Landesregierung deutlich kritischer aus: In Bremerhaven sind laut der Studie nur 42 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Senats zufrieden.

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Besonders angesehen bei den Bürgerinnen und Bürgern Bremens ist der Befragung zufolge derzeit Regierungschefs Andreas Bovenschulte (SPD). Zwei Drittel der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Auf Position zwei in diesem Ranking Bremer Spitzenpolitikerinnen und Politiker landet Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Mit ihrer Arbeit sind 37 Prozent der Befragten zufrieden.

Die Arbeit von CDU-Parteichef Carsten Meyer-Heder überzeugt ein Drittel der Befragten. Mit jener von Bremens Bürgermeisterin Maike Schaefer (Grüne) sind dagegen nur 31 Prozent der Bremerinnen und Bremer zufrieden, 36 Prozent sind es laut der Studie nicht.

Sozialdemokraten oben auf

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Die insgesamt positive Bewertung der Bremerinnen und Bremer ihrer rot-grün-roten Landesregierung drückt sich auch in den Sympathiewerten der Parteien aus. Die SPD liegt hier mit 21 Prozentpunkten klar vor den Grünen (16) und der CDU (15).

Bildungspolitik am wichtigsten

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Auf die Frage, welche Themen in Bremens Landespolitik künftig am wichtigsten seien, führen die Befragten die Bildungspolitik am häufigsten an. Ein Phänomen, das derzeit in fast allen Großstädten Deutschlands zu beobachten sei, sagt Döbele dazu.

Dahinter folgen die Themen soziale Ungleichheit und Armut, Wirtschaft und Arbeit, Gesundheit und Pflege sowie Sicherheit und Kriminalität. Klassische Großstadtthemen wie Mieten und Verkehr sowie Verschuldung landen in diesem Ranking auf unteren Plätzen landen. Für Döbele ist das durchaus überraschend: "Vielleicht liegt es auch daran, dass infolge der Pandemie zuletzt so unheimlich viel von Schulden die Rede gewesen ist." Möglicherweise wollten die Leute nach eineinhalb Jahren Corona und ebenso langen Debatten um die Folgekosten es einfach nicht mehr hören oder sähen in der Verschuldung so etwas wie ein unvermeidliches Begleitrauschen.

Apropos Pandemie: Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) ist mit dem Krisen-Management des Bremer Senats zufrieden, war es zumindest zum Zeitpunkt der Befragung, also im April. Mit dem Corona-Management der Bundesregierung dagegen sind der Studie zufolge nur 19 Prozent der Deutschen einverstanden. Auch dies, so Döbele, dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Bremerinnen und Bremer die Arbeit ihrer rot-grün-roten Landesregierung nach zwei Jahren überwiegend positiv bewerten.

Rot-Grün-Rot in Bremen: Wo steht die Koalition nach einem Jahr?

Video vom 15. August 2020
Radio Bremen Regionalchef Frank Schulte zu Gast bei buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. Juni 2021, 19.30 Uhr