Bisher keine weiteren belasteten Eier in Bremen

  • Seit Dienstag keine weiteren Funde in Bremen
  • Zwei Kontrolleure überprüfen ausschließlich Eier
  • Rückrufaktion habe in Bremen funktioniert
Eier in einer Reihe mit einem Warnschild vor Fipronil
Der Höhepunkt des Eier-Skandals ist noch nicht erreicht, glaubt Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer. Bild: Imago | Christian Ohde

Zwei Kontrolleure der Lebensmittel-Überwachung in Bremen überprüfen derzeit ausschließlich Eier und machen unter anderem Stichproben in Supermärkten und auf Wochenmärkten. Dabei hätten sie keine Eier mit Nummern der belasteten Chargen gefunden, so das Gesundheitsamt. Auch der einzige Eierhersteller im Land Bremen wurde überprüft. Und auch hier könne Entwarnung gegeben werden.

Die Rückrufaktion der Lebensmittel-Unternehmer habe in Bremen somit gut funktioniert. Wie viele belastete Eier jedoch vorher schon verkauft und verzehrt wurden, kann die Behörde nicht sagen.

Die Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt kündigte an, dass in Bremen auch Geflügelfleisch untersucht werden soll, genauso wie Lebensmittel, in denen Ei verarbeitet wurde. Zurzeit gebe es allerdings keine Hinweise darauf, dass auch diese Produkte mit Fipronil belastet seien.

Am Freitag hatte der Lebensmittel-Discounter Aldi angekündigt, wegen des Fipronil-Skandals deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf zu nehmen. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, teilten Aldi Nord und Aldi Süd mit. Es sei mit Eier-Engpässen zu rechnen.

Höhepunkt des Skandals noch nicht erreicht?

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) rechnet damit, dass der Höhepunkt des Gifteier-Skandals noch nicht erreicht ist. Er kündigte an, dass Niedersachsen jetzt auch Lebensmittel mit Ei-Anteilen auf Fipronil überprüfen will. "Wir können nicht ausschließen, dass vergiftete Eier auch in Kuchen oder Nudeln gelandet sind", sagte der Minister im ZDF.

Hinweise, dass auch von Hühnerfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgeht, gebe es noch nicht, sagte Meyer. Aber auch das lasse Niedersachsen jetzt untersuchen.

Die Vebraucherzentrale Bremen hatte bereits empfohlen, gar keine Produkte mehr zu essen, die Geflügel enthalten. Jedenfalls so lange bis erwiesen sei, dass das Fleisch unbelastet ist.

Gesundheitliches Risiko sei gering

Auch wer belastete Eier gegessen hat, habe laut der Verbraucherzentrale vermutlich nichts zu befürchten. Denn die derzeit gemessenen Fipronil-Werte der Eier seien nicht sehr hoch: "Für Erwachsene ist das noch nicht gefährlich", heißt es auch vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Wegen belgischer Analyseergebnisse hatte die Behörde allerdings vor einem Gesundheitsrisiko für Kinder gewarnt. Die Warnung bezieht sich allerdings auf den höchsten Wert, der in Belgien gemessen wurde. Wer tatsächlich zu viel Fipronil abbekommen hat, kann unter Haut- und Augenjucken leiden. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen.

Aktuelle Informationen darüber, welche Eier betroffen sind, finden Sie hier:

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 3. August 2017, 17 Uhr