Frühere Bremer Grünen-Chefin will ins Europaparlament

  • Henrike Müller will sich als Kandidatin für Europawahl aufstellen lassen
  • Bundesparteitag der Grünen entscheidet am Samstag über Listenaufstellung
  • Bisherige Abgeordnete Helga Trüpel scheidet aus Europaparlament aus
Henrike Müller
Henrike Müller will sich als Kandidatin für die Europawahl aufstellen lassen. Bild: Bündnis 90/Die Grünen | Elisa Meyer

Die ehemalige Chefin der Bremer Grünen, Henrike Müller, will ins Europaparlament einziehen. Auf dem Bundesparteitag der Grünen in Leipzig bewirbt sich Müller um die Nachfolge von Helga Trüpel, die aus dem Europäischen Parlament ausscheidet. "Ich habe gute Chancen auf einen guten Listenplatz und werde alles dafür tun", sagte sie im Vorfeld des Bundesparteitags, der am Freitagnachmittag beginnt.

Müller engagiert sich seit Jahrzehnten in der Europapolitik. Thematisch setzt sie auf Kontinuität. Sie will mehr Studierendenaustausch über das Erasmus-Programm. Auch die europäische Solidaritätsbewegung müsse gestärkt werden, sagt sie.

Müller will sich für europäische Forschungspolitik stark machen

"Ich werde – das kommt aus meiner Biografie – sehr für europäische Forschungspolitik eintreten. Und das ist dann für Bremen natürlich auch interessant, weil wir als Wissenschaftsstandort von europäischen Forschungsprogrammen massiv profitieren", sagt Müller. Ursprünglich wollten die Bremer Grünen auch noch einen männlichen Kandidaten für die Europawahl stellen. Darauf hatte die Partei aber im September verzichtet, um Müllers Chancen nicht zu schmälern.

Die niedersächsischen Grünen schicken vier Kandidaten ins Rennen, je zwei Männer und zwei Frauen. Der Parteitag in Leipzig entscheidet am Samstag über die Listenaufstellung. Bis Sonntag soll außerdem das Wahlprogramm verabschiedet werden. Die wichtigsten Forderungen der Grünen im Europawahlkampf sind: eine Plastiksteuer, weniger Treibhausgase, europäische Bahntickets, ein EU-Kriminalamt, eine Digitalsteuer für Konzerne wie Google und Amazon und weniger EU-Mittel für Mitgliedsstaaten, die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie aushöhlen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 9. November 2018, 12 Uhr