Bremer Bildungssenatorin gegen Maskenpflicht im Unterricht – GEW dafür

Sascha Aulepp: "Froh, dass Stiko Impfungen ab 12 empfiehlt"

Schüler beim Corona-Selbsttest
Bild: DPA | Sebastian Gollnow
Bild: DPA | Sebastian Gollnow

Luftfilter, Maskenregeln, Drei-Säulen-Modell – Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp erklärt, was zum Unterrichtsstart auf Schülerinnen, Lehrer und Eltern zukommt.

Bremens neue Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) spricht sich im Gespräch mit Radio Bremen gegen eine Maskenpflicht im Schulunterricht aus. Damit vertritt sie eine andere Position als die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bremen. Letztere fordert, dass Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrkräfte in den ersten drei Wochen nach dem Schulstart Anfang September Mund- und Nasenschutz tragen sollten. "Ich gehe erstmal davon aus, dass wir in voller Klassengröße anfangen", sagt Barbara Schüll, Landesvorstandssprecherin der GEW, gegenüber Radio Bremen. Das sei jedoch ein Dilemma. "Deshalb meinen wir als Gewerkschaft, dass wir die ersten Wochen auf jeden Fall mit Masken arbeiten sollten."

Sascha Aulepp im Bremen-Vier-Interview
Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) war im Freitag zu Gast bei Radio Bremen. Bild: Radio Bremen

Die Senatorin setzt hingegen weiter auf Freiwilligkeit. Alle, die wollen und die das miteinander verabreden, dürften nach wie vor eine Maske tragen, so Aulepp. "Das hat man ja im letzten Schuljahr auch gesehen, dass das funktioniert."

Am Ende müssten Schülerinnen und Eltern eigenverantwortlich abwägen. So böten Masken einerseits Gesundheitsschutz. Auf der anderen Seite beeinträchtigten sie die Schüler aber auch körperlich und psychisch, zum Beispiel beim Spracherwerb und beim sozialen Lernen. "Wir gehen davon aus, dass an der Schule verantwortungsvoll damit umgegangen wird", sagt Aulepp.

Drei-Säulen-Modell geplant

Konzeptionell setze Bremen auf ein Drei-Säulen-Modell aus Testen, Lüften und Impfen. "Wir testen die ersten beiden Schultage, also Donnerstag und Freitag", sagt Aulepp.


An den ersten beiden Tagen testen wir, weil es ja auch Leute gibt, die kurz vor knapp aus den Ferien zurückkommen. Da ist es wichtig, sofort zu testen

Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD)

Ab dem Montag darauf gehe es dann mit zwei wöchentlichen Testungen weiter. An den Grundschulen plane Bremen dafür in den ersten drei Wochen die etwas angenehmeren Lolli-Tests, bei denen die Schüler auf den Stäbchen kauen, statt sie in die Nase zu stecken.

Beim Lüften, also der zweiten Säule, setze das Bildungsressort einerseits auf die frische Luft von draußen, andererseits auf mobile Luftfilter. "Und da ist es das Ziel, das tatsächlich in jedem Klassenraum so ein Gerät steht", sagt Aulepp.

Die dritte Säule sei das Impfangebot, so die Senatorin. Wobei sichergestellt sein solle, dass die Beschäftigten an Schulen alle ein Angebot bekämen, sich impfen zu lassen. Auch bei den Kindern setzt Aulepp auf freiwillige Impfangebote.

Ich bin sehr, sehr froh, dass auch die Ständige Impfkommission nach reiflicher Prüfung und Überlegung gesagt hat, dass es das Beste für jedes einzelne Kind ist, sich impfen zu lassen und es deswegen empfiehlt.

Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD)

Die Senatorin setzt nun darauf, dass das Impfangebot an ältere Schülerinnen und Schüler auch tatsächlich angenommen wird.

Großer Ansturm von Jugendlichen im Bremer Impfzentrum

Video vom 24. August 2021
Eine Person bekommt ein Pflaster von einer Arzthelferin auf den Arm geklebt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 27. August 2021, 7:40 Uhr