Andere Bundesländer heben Impfstoff-Priorisierung auf – Bremen nicht

  • Vier Bundesländer wollen Corona-Impfstoffe uneingeschränkt zugänglich machen
  • Bremen lehnt das vorerst ab
  • Kassenärztliche Vereinigung würde Aufhebung befürworten – unter gewissen Voraussetzungen
Eine Person, die am Oberarm geimpft wird.
Bremen hält an der Priorisierung bei der Corona-Impfung fest. (Symbolbild) Bild: Radio Bremen

Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen wollen die Priorisierung für die Vakzine bei den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen aufheben, Berlin zudem auch für die Betriebsärzte. Das soll in den meisten Fällen bereits ab kommenden Montag gelten. Ein Schritt, den das Land Bremen – zumindest vorerst – nicht mitgehen wird. Die Gesundheitsbehörde verweist auf den Zweck der Priorisierung. Es habe seinen guten Grund, dass man zum Beispiel Ältere, Vorerkrankte und bestimmte Berufsgruppen zuerst impfen wolle, sagte Sprecher Lukas Fuhrmann buten un binnen. Daran halte Bremen fest, zumal die Impfstoffliefferung noch nicht ausreichend gesichert sei.

Wir haben bei Weitem noch nicht genug Impfstoff, um allen ein Impfangebot zu machen

Lukas Fuhrmann
Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde

Kassenärztliche Vereinigung Bremen ist für Aufhebung der Priorisierung

Nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen würde ein Ende der Priorisierung die Impfkampagne beschleunigen und den administrativen Aufwand in den Praxen reduzieren. Voraussetzung sei allerdings, dass die Liefermengen deutlich steigen und stabil von den Praxen abrufbar seien, sagte Sprecher Christoph Fox. Dort gebe es immer noch nicht ausreichend Impfstoff, um selbst den priorisierten Gruppen kurzfristig ein Impfangebot zu machen. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich", machte Fox klar.

Wenn im Juni die Liefermengen wie angekündigt angehoben werden, macht es Sinn, die Priorisierung aufzugeben

Christoph Fox von der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen
Christoph Fox, Sprecher Kassenärztliche Vereinigung Bremen

Von der Deutsche Stiftung Patientenschutz heißt es, "nicht die Priorisierung ist der Hemmschuh beim Impffortschritt, sondern einzig der Mangel an Impfstoff". Die Organisation befürchtet, dass es zu einer gesellschaftlichen Spaltung und Streit zwischen Arzt und Patient kommen könnte. Vor allem bei der Frage, welcher Impfstoff denn verabreicht werden soll. So verweigern beispielsweise viele ältere Menschen derzeit das Vakzin von Astrazeneca und wollen lieber mit Biontech immunisiert werden. Davon berichten auch Bremer Mediziner.

Bremer Hausärzte-Chef: "Biontech-Impfstoff ist Mangelware"

Video vom 12. Mai 2021
Hans-Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des Hausärzte Verbands.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Mai 2021, 19:30 Uhr