Viele niedersächsische Pflegekräfte lassen sich in Bremen impfen

  • Stadtstaaten sind bei Impfstoffverteilung benachteiligt
  • In Niedersachsen wohnhaftes Pflegepersonal wird in Bremen geimpft
  • Bremer Gesundheitsressort fordert Ausgleich
Eine Hand hält ein Fläschchen mit einer Impfdosis.
Bremen und Niedersachsen verhandeln über einen Ausgleich für geimpfte Personen aus beiden Bundesländern. Bild: DPA | Matthias Bein

Wie Hamburg sieht sich auch Bremen als Stadtstaat bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs benachteiligt. Der Grund: Die Impfdosen werden nach der Bevölkerung in den jeweiligen Bundesländern berechnet. Stadtstaaten wie Bremen und Hamburg sehen darin ein Problem. So erklärte Hamburgs erster Bürgermeisters Peter Tschentscher (SPD), dass man auch Impfungen von medizinischem Personal in Pflegeeinrichtungen aus den umliegenden Bundesländern durchführe. Nach Angaben des Bremer Gesundheitsressort, werden auch in Bremen und Bremerhaven Mitarbeitende in Alten- und Pflegeheimen geimpft – egal ob sie in Bremen oder Niedersachsen gemeldet sind. Entscheidend sei, der vollständige Schutz der Einrichtung.

"Wir impfen auch niedersächsische Mitarbeiter in unseren Einrichtungen", so Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts. Bei manchen Einrichtungen käme fast die Hälfte der Mitarbeitenden aus Niedersachsen. Pflegerinnen und Pfleger der Bremer Einrichtungen würden demnach unabhängig ihres Wohnsitzes geimpft, damit die Einrichtungen komplett geschützt sind. Sie erhalten also Impfdosen aus Beständen, deren Höhe sich aber aus der Einwohnerzahl Bremens errechnen.

Bremen und Niedersachen wollen Impf-Ausgleich

Damit es in Bremen aber weiterhin genug Impfstoff gibt, wolle man mit Niedersachsen eine Art "Ausgleich" vereinbaren. Seit Dezember laufen die Gespräche, teilte Fuhrmann auf Nachfrage mit. "Wir haben schon ein positives Signal aus Niedersachsen bekommen", so der Sprecher weiter. Beide Länder befänden sich auf dem Weg zu einer "guten Einigung". Idealerweise würde man ausrechnen, wie viele Bremer in Niedersachsen geimpft werden und umgekehrt. Ausgleichen würde sich diese Rechnung aber nicht, da wesentlich mehr Niedersachsen in Bremen geimpft würden als andersherum, so Fuhrmann.

Impfstart "generell gut" gelaufen

In Bremen verliefen die ersten Impfungen gegen das Coronavirus mit den mobilen Teams generell gut, so Fuhrmann. Rund 2.300 Menschen wurden im Land Bremen bereits geimpft. Zwar sei über die Feiertage weniger geimpft worden und es habe an manchen Stellen etwas geruckelt, aber jetzt nehmen die Impfungen wieder Fahrt auf. Im Laufe des Montags sollten weitere 500 Menschen in der Stadt Bremen geimpft werden.

In Bremerhaven sind laut Magistrat bisher zwei Lieferungen mit jeweils 975 Impfdosen angekommen. Jeweils die Hälfte wird für die zweite Impfung zurückgehalten. Bis Ende der Woche erwartet die Stadt weitere 975 Impfdosen.

In Bremen und Bremerhaven beginnt die Arbeit in den Impfzentren

Video vom 28. Dezember 2020
Ein rotes Schild mit der Aufschrift "Impfen, Vaccination, Vaccination". Im Hintergrund wird jemand geimpft.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. Januar 2021, 18 Uhr