Bovenschulte hält strengere Corona-Regeln für sinnvoll

  • Bremens Bürgermeister zeigte sich sehr zufrieden mit Gesprächen
  • Fokus der Verhandlungen habe besonders auf privaten Feiern gelegen
  • Es gelte, weiter eine "disziplinierte klare Linie zu verfolgen"
Video vom 29. September 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferent.
Bild: Radio Bremen

Wie ganz Deutschland, so sehe sich auch Bremen mit gestiegenen Infektionszahlen konfrontiert. Angesichts dieser Zahlen sei allen klar gewesen, dass man "das nicht einfach so weiterlaufen lassen" könne. Mit diesen Worten fasste Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Dienstag seine Eindrücke von der Ministerpräsidentenkonferenz zusammen.

Im Zentrum der Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel habe der Umgang der Politik mit privaten Feiern gestanden. Denn diese hätten sich als wesentlicher Teil des Pandemiegeschehens herauskristallisiert. Dabei hätten sich die Ministerpräsidenten grundsätzlich auf zwei Inzidenzwerte verständigt, wobei die konkrete Umsetzung Sache der Länder bleibe: Stiegen die Neuinfektionszahlen im Durchschnitt einer Woche in einer Region auf 35 oder mehr Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, so werde für private Feiern die maximale Teilnehmerzahl auf 50 Personen festgelegt.

Außerdem werde der Bevölkerung empfohlen, dass sich nur höchstens 25 Personen zugleich in einer Wohnung aufhalten sollten. Steige der Inzidenzwert auf 50 Neuinfektionen im Durchschnitte einer Woche pro 100.000 Einwohner, soll die Obergrenze auf 25 Teilnehmer einer Feier festgelegt werden. Es sollten sich in solch einem Fall nur maximal zehn Personen in derselben Wohnung aufhalten.

Auflagen für private Feiern, Geldbußen für falsche Namen

Bovenschulte betonte, dass es wichtig sei, in den kommenden Wochen aufmerksam den Fortgang der Corona-Pandemie zu beobachten, um notfalls mit vielen weiteren kleinen Schritten einen weiteren Lockdown zu verhindern. Die Ausgangslage Deutschlands sei im europäischen Vergleich nicht schlecht. Das liege aber vor allem daran, dass die Bevölkerung und die Politik bislang relativ diszipliniert eine klare Linie verfolgt hätten, die es nun weiter zu verfolgen gelte.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass der Bremer Senat die Vorschläge aus der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag übernehmen und in einer entsprechenden Verordnung kommende Woche umsetzen wird. Dies gelte auch für Geldbußen, die die Regierungschefs für Restaurantbesucher verhängen wollen, welche sich dort mit falschen Namen eintragen. Im Raum stehen Mindestbußen von 50 Euro.

Bovenschulte setzt im Kampf gegen Corona auf Einsicht der Bevölkerung

Video vom 29. September 2020
Bürgermeister Andreas Bovenschulte zu Gast im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. September 2020, 19:30 Uhr