Gewerkschaft will Bosch möglichst lange in Bremen halten

Die IG Metall trifft sich heute mit Vertretern von Bosch. Dabei geht es um die Zukunft des Bremer Werks. Die Gewerkschaft will die Schließung 2020 verhindern.

Fahnen des Autozulieferers Bosch.
Bosch will mit der IG Metall verhandeln, wann der Bremer Standort geschlossen wird. Die Gewerkschaft will erreichen, dass das Werk so lange wie möglich produziert. (Symbolbild) Bild: DPA | Sebastian Gollnow

Was passiert mit dem Bremer Bosch-Werk? Diese Frage treibt derzeit die noch rund 400 Mitarbeiter in Bremen-Huchting um. Und nicht nur die: Schließlich ist Bosch der größte Arbeitgeber in dem Stadtteil. Die Werksleitung hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass man die Produktion in Bremen komplett einstellen wolle. Bis wann, blieb allerdings offen. Ende November hieß es dann, dass es "technisch möglich wäre, die Verlagerung nach Ungarn bis Ende 2020 zu vollziehen". Das heiße aber nicht, "dass damit ein Datum festgelegt wäre". Vielmehr wolle man den Zeitplan gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern erarbeiten. Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet gleichwohl, dass die Konzernführung die Verlagerung bis Ende 2020 durchziehen will.

Bedingungen der Verlagerung werden ausgehandelt

Am heutigen Donnerstag treffen sich IG Metall und Werksleitung zu weiteren Gesprächen. In diesen soll es darum gehen, wann die Verlagerung vollzogen wird und zu welchen Bedingungen. Der Bremer Geschäftsführer der IG Metall, Volker Stahmann, sagt mit Blick auf das Treffen: "Wir erwarten, dass der Standort so lange wie möglich erhalten wird." Zur Not müsse man sich auf ein Szenario einigen, mit dem die noch bestehenden Aufträge bis zum Schluss abgearbeitet werden können. Ein vorzeitiges Ende der Produktion in Bremen will Stahmann verhindern.

Beirat lehnt Schließung des Bremer Bosch-Werks ab

Angesichts der Bedeutung Boschs für den Stadtteil hat der Beirat Huchting am Dienstag einen Brief an die Werksleitung und die Konzernspitze in Baden-Württemberg geschrieben. In diesem heißt es: "Der Beirat Huchting lehnt die Verlagerung der Produktion der Robert Bosch Automotive Steering Bremen GmbH von Bremen-Huchting nach Ungarn ab." Dieser Beschluss hat keinerlei bindende Wirkung für Bosch – generell kann die Politik nicht verhindern, wenn Unternehmen über Verlagerungen oder Schließungen entscheiden. Dennoch freut sich Stahmann über diesen symbolträchtigen Beschluss, weil er zeige, wie sehr der Stadtteil hinter dem Werk stehe.

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Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 19. Dezember 2019, 19 Uhr