Gericht stützt Innensenator Mäurer in Streit um Bordell

Das Bremer Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag der Betreiberinnen abgelehnt. Sie wollten verhindern, dass der Innensenator sie als "Strohfrauen" bezeichnet.

Der Egang des Bordells Eros 69.
Bild: Radio Bremen

Das Verwaltungsgericht Bremen hat einen Eilantrag der "Joy Company", Betreibergesellschaft des Neustädter Bordells "Eros 69", abgelehnt: Das Unternehmen hatte verlangt, dass Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die Geschäftsführerinnen des Bordells in der Neustadt nicht mehr als "Strohfrauen" für die Rockergruppe "Hells Angels" bezeichnen darf. Die Betreiberinnen des Bordells sind Ehefrau und Schwester eines ehemaligen Bremer Mitglieds der Hells Angels, das heute das Chapter in Delmenhorst anführt.

Das Verwaltungsgericht lehnte die Forderung aber ab. Es seien keine bloßen Unterstellungen, sondern "wahre Tatsachenbehauptungen". Das gehe aus polizeilichen Stellungnahmen hervor, die zeigten, dass eine der ehemaligen Führungsfiguren der in Bremen verbotenen "Hells Angels" auf die Geschäftsführerinnen maßgeblichen Einfluss ausübe. Das geht aus einer Mitteilung des Innenressorts hervor.

Diskussionen über zweites Bordell in der Stadtbürgerschaft

Neben dem Bordell in der Neustadt planen die Geschäftsführerinnen zudem, ein weiteres Bordell in Bremen zu eröffnen. Das hat am Dienstag erneut für Diskussionen in der Stadtbürgerschaft gesorgt. Der Rockerclub ist seit 2013 in Bremen verboten. Dieses Verbot wurde 2020 vom Oberverwaltungsgericht bestätigt. Die CDU befürchtet nun, dass die Hells Angels mit Kontakten in ein weiteres Bordell wieder Fuß in der Hansestadt fassen könnten.

CDU fordert sofortigen Gerichtsprozesse

Die CDU-Fraktion forderte in ihrem Antrag, alle rechtlichen Möglichkeiten wie einen Gerichtsprozess gegen die Betreiber des bereits genehmigten Bordells auszuschöpfen. Schon jetzt müssten alle Register gezogen werden, um eine erneute Ansiedlung der Hells Angels in Bremen zu verhindern.

Die Indizien seien laut dem CDU-Abgeordneten Marco Lübke stark genug. Er verstehe nicht, sagte der innenpolitische Sprecher, dass immer noch geprüft werde. Die Angst des Wirtschaftsressorts vor einer juristischen Niederlage habe nichts mit verantwortlichem Handeln zu tun. Dem stimmte auch die FDP zu.

Bremer Senat fehlen belastende Indizien

In der Stadtbürgerschaft hieß es weiter, dass sich der Senat bereits mit allen Mitteln gegen die zwei Bordelle in der Stadt einsetze. Das bekräftigte der Wirtschaftsstaatsrat Sven Wiebe (parteilos). Es gebe Indizien, dass Mitglieder der Hells Angels hinter einem bereits genehmigten Bordell in der Bremer Neustadt sowie einem geplanten Bordell in der Bahnhofsvorstadt stünden, sagte Staatsrat Wiebe in seiner Erklärung vor den Abgeordneten. Es seien aber weitere Ermittlungen nötig, um dagegen vor Gericht vorgehen zu können. Senat und Koalition würden keine organisierte Kriminalität, keinen Menschenhandel und keine Hells Angels in der Stadt dulden, so Staatsrat Wiebe weiter.

SPD, Grünen und Linken betonten in ihren Redebeiträgen, dass ein Scheitern vor Gericht den Hells Angels in die Karten spielen würde. Gleichzeitig wiesen sie auch darauf hin, dass das Genehmigungsverfahren für das geplante Bordell in der Bahnhofsvorstadt bereits unterbrochen wurde.

Task-Force soll Bremer Bordelle auf Hells Angels-Hintergrund prüfen

Video vom 2. März 2021
Ein Bild der Bremer Bahnhofsvorstadt mit dem Gebäude in dem ein Bordell enstehen soll.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. März 2021, 6 Uhr