Exklusiv

Corona: "Wie lange müssen wir noch durchhalten, Frau Bernhard?"

Video vom 12. Juni 2021
Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) im Gespräch mit buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

So will Senatorin Claudia Bernhard (Linke) Bremen weiter durch die Pandemie führen – und was ihr Ziel mit linker Politik ist, verrät sie Felix Krömer im buten-un-binnen-Interview.

Claudia Bernhard (Linke) ist seit August 2019 Bremens Senatorin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Frauen – wobei die letzten beiden Aufgabenbereiche ihres Ressorts in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit in den Hintergrund gerückt sind. Schließlich galt es erst, mit einem Millionen-Defizit in den Finanzen der Gesundheit Nord (Geno) fertig zu werden und dann überrollte die Corona-Pandemie die Welt und damit auch Bremen. Die habe sie jedoch nur stärker gemacht, verrät sie Moderator Felix Krömer im buten-un-binnen-Interview. Ihre wichtigsten Aussagen im Überblick.

1 Bernhard über die Corona-Pandemie

Die Inzidenzwerte sinken, die Temperaturen steigen. Die Bremer und Bremerinnen haben die Nase voll von der Pandemie. Claudia Bernhard ist da keine Ausnahme: "Mir hängt es zum Hals heraus – aber wir haben es noch nicht geschafft."

Ich werde mit dem Klammersack gepudert, wenn ich Ihnen jetzt sage, bis zum 30. August sind wir durch.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) im Gespräch mit buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer.
Claudia Bernhard, Bremens Gesundheitssenatorin (Linke)

Warum es nach wie vor so wichtig sei, sich Schritt für Schritt an das Ende der Pandemie heranzurobben, erklärt Bernhard am Beginn des Interviews.

2 Wie geht das Impfen in Bremen weiter?

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) im Gespräch mit buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer.
Claudia Bernhard (Linke)hält das Impfen von Kindern und Jugendlichen für schwer abzuwägen, da es noch an Daten fehle. Sie zeigte sich im Gespräch mit Felix Krömer in dem Punkt eher zögerlich. Bild: Radio Bremen

Es bleibt dabei, Bremen möchte nach wie vor an der Priorisierung der Corona-Impfreihenfolge festhalten. Bernhards Impf-Ziel für Bremen ist: Bis Ende Juli oder Anfang August sollen alle Bremer und Bremerinnen mindestens einmal geimpft sein. Aber auch dann gelte es wachsam zu sein und darauf zu hoffen, dass sich keine neue Virus-Variante entwickle.

Obwohl zu dem Zeitpunkt nicht alle geimpft sind, kündigt Bernhard an, dass das Zentrum in Bremen-Nord Ende Juni seine Türen schließe. Gegen Mitte August sollen bei dem großen Impfzentrum zwei Messehallen abgebaut werden. Warum die Kapazitäten des riesigen Bremer Impfzentrums niemals ausgeschöpft worden sind, erfahren Sie im Interview ab Minute 11:08.

3 Was sich im Gesundheitswesen ändern muss

Auch nach der Pandemie müsse das Gesundheitswesen – sowohl in Bremen als auch Deutschlandweit – komplett neu gedacht werden, da ist sich Bernhard sicher.

Gesundheitspolitik ist immer wie ein Stiefkind behandelt worden. [...] Die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung ist dermaßen reformbedürftig. Das ist wirklich mit den Händen zu greifen.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) im Gespräch mit buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer.
Claudia Bernhard, Bremens Gesundheitssenatorin (Linke)

Es sei wichtig, dass die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern, den Gesundheitseinrichtungen in den Stadtteilen und den Hausärzten und Hausärztinnen gut aufgestellt sei. Doch auch im Gesundheitsamt gibt es noch genug Lücken zu schließen. Aktuell sind dort noch 29 Planstellen offen. Wie diese Jobs attraktiver gemacht werden sollen, verrät Bernhard ab Minute 28:34.

4 Skandal in der Bremer Berufsfeuerwehr

Erschütternd nennt Bernhard die Rassismus-, Mobbing und Sexismus-Vorwürfe gegen Führungskräfte der Bremer Feuerwehr. Was dort passiert sei, dürfe nach Aussage von Bernhard auf keinen Fall bagatellisiert werden. Die Einschätzung, dass es sich um Einzelfälle innerhalb der Feuerwehr handle und sie kein strukturelles Problem habe, halte sie für falsch. Auch von der scharfen Kritik aus den eigenen Reihen der Koalition berichtet Bernhard ab Minute 33:34.

5 Wie sieht die Zukunft der Geno aus?

440 Stellen muss die Gesundheit Nord (Geno) streichen, wenn es nach der Geschäftsführerin geht. Das möchte Bernhard so gut es geht verhindern, schließlich werde Fach- und vor allem Pflegepersonal gebraucht. Warum es jedoch nicht vollkommen ohne Personalabbau gehen werde, erklärt sie ab Minute 36:16, bevor sie am Ende des Interviews Kritik an ihrer eigenen Partei auf Bundesebene übt.

Mehr zum Thema:

Autoren

  • Felix Krömer Redakteur und Moderator und Autor
  • Lina Brunnée Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Juni 2021, 19:30 Uhr